Kein Anschluss unter dieser Nummer im Bereitschaftsdienst

Disziplinarausschuss tagte im November und Dezember 2018

Verstöße im Bereitschaftsdienst, eine fälschliche IGeL-Abrechnung sowie die unvollständige Mitwirkung bei der Plausi-Prüfung und Verstöße gegen die Auskunftspflicht über Monate hinaus standen auf der Tagesordnung des Disziplinarausschusses auf seinen beiden letzten Sitzungen im November und Dezember 2018.

 

Weil er im Bereitschaftsdienst aufgrund einer ungültigen Telefonnummer für Patienten nachweislich nicht erreichbar war, muss ein Vertragsarzt eine Geldbuße von mehreren tausend Euro zahlen. Ein klarer Verstoß gegen die gemeinsame Bereitschaftsdienstordnung von KV Brandenburg und Landesärztekammer, befand der Disziplinarausschuss. Demnach trage der diensthabende Arzt die alleinige Verantwortung für die Erreichbarkeit während seines Dienstes. Ein Wechsel der Telefonnummer müsse der KV mitgeteilt werden.

 

Verwarnt wurde ein Arzt, der eine Sonografie trotz medizinischer Indikation und bekannter Diagnose nicht als Sachleistung, sondern als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) abgerechnet hat. Obwohl der Patient mit akuten Schmerzen und einer Überweisung in die Praxis kam, wurde ihm bei der Anmeldung ein privater Behandlungsvertrag vorgelegt, den er unterschrieben hat. Der Disziplinarausschuss sah darin einen Verstoß gegen vertragsärztliche Pflichten, der nur auf Grund der Einsichtigkeit des Arztes mit einer Verwarnung belegt wurde.

 

Mehrere hundert Euro Geldbuße muss dagegen ein Vertragsarzt zahlen, der Auskünfte im Rahmen einer Plausibilitätsprüfung verweigert hat. Dadurch wurde die Arbeit der KV erheblich erschwert, urteilte der Disziplinarausschuss. Die Honorarabrechnung für das betreffende Quartal konnte über Jahre nicht abgeschlossen werden und war auch am Tag der Sitzung im vergangenen November noch nicht beendet.

 

 

Der Disziplinarausschuss entscheidet über Verstöße gegen Vorschriften der vertragsärztlichen Versorgung und wird von der Vertreterversammlung gewählt. Er besteht aus vier ärztlichen Beisitzern, die Mitglied der KV sind, und einem Juristen mit der Befähigung zum Richteramt als Vorsitzenden. Als mögliche Sanktionen spricht der Disziplinarausschuss Maßnahmen von Verwarnungen über Geldbußen bis hin zum zeitweiligen Ruhen der Zulassung aus.

 

 

 

20.02.2019