KVBB-Resolution: Der Schutzschirm muss breiter aufgespannt werden

Die ambulante Medizin braucht Sicherheit in schwierigen Zeiten

Wir Vertragsärztinnen und -ärzte stemmen uns in vorderster Linie gegen die Corona-Pandemie. Das machen wir gern und mit hoher Motivation, denn Impfungen, Diagnostik und Therapie sind unsere Profession. 9 von 10 an Corona Erkrankte werden ambulant behandelt. Einerseits erwartet und fordert die Politik dies von uns. Anderseits erkennt die Politik aber nicht an, dass viele Kolleginnen und Kollegen aufgrund der Pandemie erhebliche Fallzahlrückgänge zu verzeichnen haben.

 

Vor diesem Hintergrund ist es für uns absolut unverständlich und in höchstem Maße inakzeptabel, dass der Schutzschirm für Arztpraxen sich seit dem 1. Januar nur noch auf die Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) bezieht. Wichtige Leistungen unserer Arbeit werden jedoch extrabudgetär vergütet und fallen jetzt nicht mehr unter den Schutzschirm. Dazu zählen zum Beispiel Krebsfrüherkennung, das ambulante Operieren oder auch Programme für chronisch kranke Patienten. 

 

Wir, die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, fordern daher den Gesetzgeber auf, den Schutzschirm wieder breiter aufzuspannen und auf die extrabudgetären Leistungen auszuweiten. Ebenso wie Krankenhäuser, der öffentliche Gesundheitsdienst und viele andere Akteure benötigen wir Garantien. Denn gerade in diesen schwierigen Zeiten ist die ambulante Medizin wichtiger denn je – und sie benötigt den uneingeschränkten Rückhalt und Unterstützung aus der Politik. Ohne diesen können wir nicht versprechen, dass wir auch zukünftig die ambulante medizinische Versorgung im Flächenland Brandenburg, wie von den Bürgerinnen und Bürgern geschätzt, sicherstellen können. Es droht ein Verlust von Arztpraxen, die hochqualifizierte Arbeit zum Wohl der Patienten leisten!

05.03.2021