Neues Verordnungsverfahren für geriatrische Reha

Geändertes Verordnungsformular 61 ab Juli 2022 verwenden

Patienten ab 70 Jahren sollen eine geriatrische Reha künftig auch ohne Prüfung durch die Krankenkassen erhalten können. Damit wird ein Gesetzesauftrag umgesetzt, um den Zugang insbesondere zur geriatrischen Reha für Versicherte zu vereinfachen. So sollen neben der geriatrischen Rehabilitation auch Anschlussrehabilitationen nach einem Krankenhausaufenthalt ohne vorherige Überprüfung der Kasse durchgeführt werden können.

 

Damit eine medizinische Überprüfung durch die Krankenkassen entfallen kann, ist es für die Verordnung einer geriatrischen Reha künftig erforderlich, dass die Ärzte die durch die Reha-Richtlinie vorgegebenen Voraussetzungen abklären und diese auf dem Verordnungsformular 61 dokumentieren.

 

Dafür musste das Verordnungsformular 61 angepasst werden. Die Änderungen betreffen die Teile B, C, D und die Ergänzung um den neuen Teil E. Sie beziehen sich auch nur auf die Verordnungen medizinischer Rehabilitationen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherungen, nicht aber auf die Verordnungen der Rentenversicherungen oder anderer Kostenträger.

 

Bitte beachten Sie, dass ab 1. Juli 2022 nur noch das angepasste Verordnungsformular 61 verwendet werden darf. Alt-Bestände dürfen nicht aufgebraucht werden. Bitte bestellen Sie daher rechtzeitig die neuen Verordnungsvordrucke. Zeitgleich wird den Softwareherstellern das Formular zur Einbindung in die Praxisverwaltungssysteme bereitgestellt.

 

Geriatrietypische Diagnosen und Funktionstests

Eine geriatrische Reha darf weiterhin nur von Ärzten verordnet werden. Diese stellen die medizinische Notwendigkeit einer geriatrischen Reha anhand bestimmter Kriterien fest, dokumentieren diese auf dem Verordnungsformular 61.

 

Die Reha-Richtlinie definiert zwei Voraussetzungen zur Verordnung einer geriatrischen Rehabilitation. Liegen beide vor, darf die Krankenkasse die medizinische Erforderlichkeit nicht überprüfen:
1. ein erhöhtes Lebensalter (70 Jahre oder älter)
2. Vorliegen mindestens einer reha-begründenden Funktionsdiagnose sowie mindestens zwei geriatrietypische Diagnosen

 

Die aus Nr. 2 resultierenden Schädigungen sind mit mindestens zwei geeigneten Funktionstests nachzuweisen. Künftig können explizit ,,geriatrietypische Diagnosen‘‘ im Teil B Abschnitt I Unterabschnitt B angegeben werden. Im Teil B Abschnitt II Unterabschnitt C befindet sich die Tabelle für alle geeigneten Funktionstests:

 

 

Neuer Formularteil E: Einwilligungserklärung

Die Vertragsärzte und -psychotherapeuten informieren die Versicherten vor der Reha-Verordnung über zwei Formen der Einwilligung.

  • Einwilligung zur Übersendung der gutachterlichen Stellungnahmen des medizinischen Dienstes an die Vertragsärzte und -psychotherapeuten
  • Einwilligung zur Übermittlung der Krankenkassenentscheidung an Angehörige, Vertrauenspersonen oder Pflege- und Betreuungseinrichtungen

Für die Entscheidung steht jeweils ein Ankreuzfeld zur Verfügung. Zur Übermittlung an Dritte gibt es im Teil E weitere Möglichkeiten zur Angabe von Namen und Anschrift sowie Unterschrift.

 

An der Honorierung für die Verordnung ändert sich nichts. Sie setzen wie bisher die 01611 an, die mit 34,02 Euro vergütet wird.

 

 

10.06.2022