Notfalldatenmanagement (NFDM)

Das müssen Sie beim Anlegen und Abrechnen des Notfalldatensatzes beachten

Was bedeutet Notfalldatenmanagement?

Das Notfalldatenmanagement ist eine der ersten Anwendungen, die der Gesetzgeber in der Telematikinfrastruktur (TI) vorgesehen hat. Dabei werden Notfalldaten vom Arzt erstellt, elektronisch signiert und auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) des Versicherten gespeichert. Im Notfall sollen Ärzte und medizinisches Personal schnell Zugriff auf relevante medizinische Informationen haben.

 

Wer legt den Notfalldatensatz an?

Anlegen können ihn nur Vertragsärztinnen und -ärzte, die durch Diagnostik und/oder Therapie ein umfassendes Bild zu Befunden, Diagnosen und Therapiemaßnahmen der Person haben bzw. infolge einer krankheitsspezifischen Diagnostik und/oder Therapie über notfallrelevante Informationen zur Person verfügen. Aktualisieren soll ihn dagegen jeder Arzt und Psychotherapeut, der notfallrelevante Informationen zu der betroffenen Person hat.

 

Welche Angaben enthält ein Notfalldatensatz?

  • Diagnosen
  • Medikation
  • Allergien und Unverträglichkeiten
  • wichtige Kontaktdaten und besondere Hinweise

Welche Patienten haben Anspruch?

Anspruch auf einen Notfalldatensatz haben Patientinnen und Patienten, wenn zum Beispiel Vorerkrankungen oder Allergien vorliegen. Das ist der Fall bei Personen:

  • mit mehreren Diagnosen, Medikamenten und weiteren Besonderheiten
  • mit Erkrankungen, die in einem Notfall besonders relevant sind
  • mit seltenen Erkrankungen
  • Schwangere

Grundsätzlich ist die Anlage des Notfalldatensatzes auf der Versichertenkarte des Patienten freiwillig. Entscheidet er sich dafür, ist aus Datenschutzgründen für die Verarbeitung der persönlichen medizinischen Daten sowohl die vorherige Aufklärung des Patienten als auch dessen ausdrückliche Einwilligung – mündlich oder schriftlich – einzuholen. Die Zustimmung sollte dokumentiert werden.

 

Wie erfolgt die Abrechnung des Notfalldatensatzes und was ist dabei zu beachten?

Die Abrechnung erfolgt über Ihr Praxisverwaltungssystem (PVS) mit folgenden Gebührenordnungspositionen (GOP) des EBM.

 

GOP 01640 – Anlage Notfalldatensatz

  • Einmal im Krankheitsfall
  • Nur berechnungsfähig, sofern auf der eGK noch kein Notfalldatensatz vorhanden ist
  • Die GOP ist in den drei Quartalen, die der Berechnung der GOP 01642 (Löschung Notfalldatensatz) unmittelbar folgen, nicht berechnungsfähig.
  • Bis 20.10.2021 160 Punkte (2021: 17,80 Euro) ab 21.10.2021 80 Punkte (2021: 8,90 Euro)

GOP 01641 – Pauschaler Zuschlag Notfalldatensatz zu allen Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt

  • Einmal im Behandlungsfall, setzt KVBB
  • 4 Punkte (2021: 0,44 Euro)

GOP 01642 – Löschung Notfalldatensatz

  • Einmal im Behandlungsfall
  • Nur berechnungsfähig, sofern ein Notfalldatensatz mit medizinisch notfallrelevanten Informationen auf der eGK vorhanden ist und der Patient die Löschung sämtlicher Einträge ausdrücklich wünscht
  • 1 Punkt (2021: 0,11 Euro)

Die genannten GOP sind im Behandlungsfall nicht nebeneinander berechnungsfähig.

 

Achtung: Das Anlegen eines Notfalldatensatzes für einen Patienten kann nur einmalig erfolgen und muss die notwendigen Informationen enthalten. Dies ist auch im Hinblick auf mögliche Regressanträge der Krankenkassen zu berücksichtigen.

 

 

 

24.08.2021