Onkologie-Vereinbarung: Anpassung zum 1. Oktober 2021

Die Berechnungsfähigkeit der Kostenpauschale für die orale Tumortherapie, die Therapieoption „Active Surveillance“ beim Prostatakarzinom und eine neue Indikation wurden in die Onkologie-Vereinbarung aufgenommen.

 

Anpassung und Erweiterung der oralen Tumortherapie

Die Definition der „medikamentösen Tumortherapie“ wurde in der Onkologie-Vereinbarung § 4 Abs. 3 ergänzt: Die Kostenpauschale 86520 für die orale Tumortherapie kann künftig auch für die Hormonbehandlung im metastasierten Stadium angesetzt werden – unabhängig davon, ob eine weitere medikamentöse Tumortherapie erfolgt.

 

In der Onkologie-Vereinbarung erfolgt eine explizite Abgrenzung zu adjuvanten Therapien mit endokrin wirksamen Medikamenten sowie Therapien mit Bisphosphonaten, die weiterhin nicht zur Berechnung der Kostenpauschale berechtigen.

 

Erweiterung der Kostenpauschale 86512

Die Kostenpauschale 86512 wurde  um die Überwachungsstrategie „Active Surveillance“ als ärztliche Behandlung des Prostatakarzinoms erweitert. Die Behandlung muss nach der AWMF S3-Leitlinie Prostatakarzinom erfolgen. Durch die Anpassung der Onkologie-Vereinbarung können behandelnde Ärzte die Therapieoption erstmals abrechnen.

 

Neue Indikation aufgenommen

Die paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (Marchiafava-Micheli-Syndrom) wurde neu aufgenommen. Neben der Kostenpauschale 86510 wird hierfür, wenn eine intravenöse Therapie mit monoklonalen Antikörpern erfolgen muss, auch die Kostenpauschale 86516 abrechenbar. Zunächst ist die Aufnahme dieser neuen Indikation auf acht Quartale begrenzt und wird evaluiert.

 

Reduzierte Fortbildungsanforderungen

wegen Corona Aufgrund der anhaltenden pandemischen Lage wurden die Fortbildungsanforderungen für das gesamte Kalenderjahr 2021 reduziert. Analog zu 2020 müssen Ärzte statt 50 nur 30 CME-Punkte nachweisen und an einer statt zwei industrieneutralen, durch die Ärztekammer zertifizierten Pharmakotherapieberatung teilgenommen haben.

25.11.2021