Qualität und Beharrlichkeit zahlen sich aus

Rheuma-Strukturvertrag mit AOK Nordost weiterentwickelt

Nach langwierigen und zähen Verhandlungen mit der AOK Nordost ist es gelungen, sich auf ein neues Verfahren zur Weiterentwicklung der Qualität und der Wirtschaftlichkeit im Strukturvertrag Rheuma zu einigen.

 

Nun konnte vereinbart werden, dass die Auszahlung aller Pauschalen des Vertrages aufgrund der außerordentlichen Strukturqualität um 5 Prozentpunkte auf 85 Prozent der vereinbarten Vergütungssätze angehoben wird. Die Therapiepauschale für Rheumatologen für die Planung und Durchführung der Arzneimitteltherapie (SNR 93428) wird ab dem 1. Januar 2018 mit 15 Euro je Behandlungsfall, anstatt der anteiligen Pauschale in Höhe von 8,80 Euro, vergütet.

 

Um die Ergebnisse des Vertrages der vergangenen Jahre zu würdigen, haben sich die Vertragspartner verständigt, die Anhebung der Pauschalen auf 85 Prozent auch für den Zeitraum ab 2015 nachzuvergüten. Die entsprechenden Nachzahlungen erhalten Sie mit der nächsten Quartalsabrechnung.

 

Eine weitere Steigerung der Vergütung um 10 Prozent kann jetzt erreicht werden, wenn der Anteil der von Rheumatologen verordneten Biosimilars innerhalb der biosimilar verfügbaren TNF-Alpha-Wirkstoffe und Rituximab gemessen an der Zahl der verordneten Tagesdosen (DDD) mindestens 35 Prozent im Jahr 2019 bzw. 40 Prozent im Jahr 2020 beträgt.

 

Die Auswertungen werden jeweils im IV. Quartal des Folgejahres vorliegen, wobei auch das Jahr 2018 mit einem Zielwert von 30 Prozent mit in die Betrachtung einfließt.

 

Wie bisher werden hervorragende Ergebnisse bei den von der AOK durchgeführten Qualitätsbefragungen der Patienten honoriert. Nunmehr erhöht sich jedoch die Vergütung für die Leistungen des Vertrages um 5 Prozent, wenn mindestens 88 Prozent der Patienten positive Rückmeldungen geben. Um weitere 5 Prozent steigt die Vergütung, wenn mehr als 93 Prozent der Patienten mit der Betreuung im Vertrag zufrieden sind.

 

Für die Jahre 2016 und 2017 fiel die Qualitätsbefragung der Patienten so gut aus, dass sich die Honorare für die entsprechenden Leistungen jeweils um 10 Prozent erhöhten. Die diesbezügliche Auszahlung haben Sie bereits mit Ihrer Restzahlung des IV. Quartals 2018 erhalten.

 

Daneben wurden neue Teilnahme und Einwilligungserklärungen für die Patienten vereinbart. Sobald Ihnen die AOK die neu gedruckten Bögen zur Verfügung stellt, bitten wir Sie, nur noch diese Formulare zu verwenden.

 

Wir möchten diese Aktualisierung des Rheuma-Strukturvertrages zum Anlass nehmen, um noch einmal die Inhalte dieses Versorgungskonzeptes in Erinnerung zu rufen.

 

Hausärzte erhalten mit dem Vertrag Gelegenheit, Patienten, bei denen der Verdacht auf eine Rheumatoide Arthritis oder Spondyloarthritis besteht, frühzeitig bei einem teilnehmenden Rheumatologen vorzustellen. Damit wird eine möglichst zeitnahe Diagnosesicherung erreicht, um diesen Patienten eine adäquate Therapie zu ermöglichen. Rheumatologen (Internisten mit der Schwerpunktbezeichnung Rheumatologie oder Orthopäden mit der Zusatzweiterbildung orthopädische Rheumatologie) profitieren von einer Teilnahme am Vertrag, da die notwendigen Befunde für eine Diagnosestellung bereits bei der Erstvorstellung verfügbar sind. Wird die Diagnose einer der o.g. Krankheiten bestätigt, schreibt der Rheumatologe den Versicherten in den Vertrag ein.

 

Im Weiteren zielt der Vertrag auf eine intensive Betreuung von Rheumapatienten ab, wobei besonderes Augenmerk auf die Zusammenarbeit der Haus- und Fachärzte, die Durchführung von Infusionstherapien sowie Schulungen mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität der Rheumapatienten gerichtet wird. Die Erfüllung der Aufgaben dieses Vertrages wird mit folgenden Pauschalen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung honoriert:

 

Für die Früherkennung der Krankheiten erhält der Hausarzt eine Pauschale in Höhe von 12,75 Euro (SNR 93420) je Behandlungsfall, weitere 12,75 Euro (SNR 93421) kommen hinzu, wenn die Diagnose vom Rheumatologen bestätigt wird. Die Koordinierung sowie der zusätzliche Betreuungsaufwand werden mit 8,50 Euro (SNR 93422) honoriert.

 

Der Rheumatologe kann je Behandlungsfall (bzw. Schulungseinheit) folgende Pauschalen erhalten:

 

Pauschalen je Behandlungsfall

 

Pauschale SNR

Akutpauschale

(einschl. Wartezeitenmanagement und Einschreibung

des Versicherten)

34,00 €

93425

Betreuungspauschale

34,00 €

93426

Tight-control-Pauschale

8,50 €

93427

Arzneimittel-Therapiepauschale

15,00 €

93428

STRUPI-Pauschale

12,75 €

93429

Nichtärztliche Betreuungspauschale

(durch eine Rheumatologische Fachassistentin)

8,50 €

93430

Zusatzpauschale Infusion

21,25 €

93431

 

Bei Erreichen der eingangs erwähnten Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsziele können sich diese Vergütungen erhöhen (ausgenommen SNR 93428).

 

Machen Sie mit und lassen Sie Ihren rheumatologisch erkrankten AOKPatienten die beschriebene intensivere Betreuung zukommen – Ihre Patienten werden es Ihnen danken!

 

Die aktuelle Fassung des Rheuma-Strukturvertrages und die erforderlichen Formulare finden Sie im geschützten Bereich der Homepage der KVBB unter der Rubrik Verträge.

 

 

 

20.05.2019