Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG): Wesentliche Neuerungen ab April 2019

Der Deutsche Bundestag hat das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) beschlossen und damit Regelungen getroffen wie Patienten noch schneller Termine bei Ärzten und Psychotherapeuten bekommen.

 

Positiv ist, dass bereits mit Inkrafttreten des Gesetzes alle TSS-Vermittlungsfälle extrabudgetär vergütet werden. Dazu müssen die Vertragsärzte ihre Abrechnung entsprechend kennzeichnen. Die Softwarehersteller wurden frühzeitig informiert, sodass die Funktion zur Kennzeichnung der extrabudgetären Leistungen in den Praxisverwaltungssystemen (PVS) integriert ist. Sie steht bereits zum zweiten Quartal zur Verfügung.

 

Wichtig: Installieren Sie das UP-Date für das zweite Quartal 2019 in Ihrem PVS!

 

Erste Übersicht zu den wesentlichen Neuerungen

 

Ausbau der Terminservicestellen (TSS)

Ab Ende April 2019 mit Inkrafttreten des TSVG

Neuerung

Erläuterung

Vergütung

Was ist zu tun?

TSS vermittelt auch Termine bei Haus- sowie Kinder- und Jugendärzten;

einschließlich Termine für Gesundheits- untersuchungen im Kindesalter (U-Untersuchungen)

 

 

 

In der Regel keine Überweisung nötig

 

 

 

 

 

 

 

Extrabudgetär + Zuschlag

Ärzte erhalten alle Leistungen im Behandlungsfall, die aufgrund der Terminvermittlung erforderlich sind, extrabudgetär und damit in voller Höhe vergütet;

ab 1. August gibt es außerdem einen Zuschlag auf die Versichertenpauschale von bis zu 50 Prozent

 

Praxen kennzeichnen den Überweisungs- oder Originalschein mithilfe der Praxissoftware als „TSS-Terminfall“.

 

Hinweis: Akutfälle, die künftig nach erfolgtem Ersteinschätzungs- verfahren (116117) vermittelt werden, werden mit „TSS-Akutfall“ gekennzeichnet

Bescheinigung (PTV 11) nötig, dass eine

Akutbehandlung

erforderlich ist

Extrabudgetär + Zuschlag

Die psychotherapeutische Akutbehandlung wird regulär extrabudgetär vergütet;

für Patienten, die über die TSS in die Praxis kommen, erhalten Psychotherapeuten

ab 1. August zusätzlich einen Zuschlag auf die Grundpauschale von bis zu 50 Prozent

 

 

Hausärzte vermitteln dringende Termine bei Fachärzten

 Ab Ende April 2019 mit Inkrafttreten des TSVG

Neuerung

Erläuterung

Vergütung

Was ist zu tun?

Erfolgreiche Vermittlung eines dringenden Termins beim Facharzt durch den Hausarzt wird finanziell gefördert

Die Terminvermittlung erfolgt in diesem Fall nicht durch die TSS, sondern durch den Hausarzt

Behandlung extrabudgetär ab April

Weiterbehandelnde Fachärzte erhalten alle Leistungen im Behandlungsfall extrabudgetär und

damit in voller Höhe vergütet

 

10 Euro für Vermittlung ab August

Hausärzte erhalten für die Vermittlung eines Facharzttermins zehn Euro extrabudgetär

Fachärzte kennzeichnen den Überweisungsschein mithilfe der Praxissoftware als „HA-Vermittlungsfall“

 

 

Mindestsprechstunden

 Ab Ende April 2019 mit Inkrafttreten des TSVG

Neuerung

Erläuterung

Vergütung

Was ist zu tun?

Das Mindestsprech- stundenangebot wird von 20 auf 25 Wochenstunden angehoben

Bei den Mindestsprechstunden wird die Zeit für Hausbesuche angerechnet

Keine gesonderte Vergütung

Anpassung des Sprechzeiten- angebots in der Arztsuche unter www.kvbb-arztsuche.de (login), auf dem Praxisschild und ggf. auf dem Anrufbeantworter

 

 

 

 

08.04.2019