TSS-Fälle und offene Sprechstunde bei Schmerztherapeuten

Die Präambel 30.7 (Schmerztherapie) des EBM regelt zum einen die Begrenzung der nach der GOP 30702 (Zusatzpauschale Schmerztherapie) berechnungsfähigen Behandlungsfälle je Vertragsarzt auf maximal 300. Zum anderen regelt sie den Anteil der schmerztherapeutisch betreuten Patienten an der Gesamtzahl der Patienten für die Berechnungsfähigkeit der GOP 30704 (Zuschlag für die Erbringung der GOP 30702): Dieser muss mindestens 75 Prozent betragen.

 

TSS-Vermittlungsfälle
Die aufgrund einer Terminvermittlung über eine Terminservicestelle (TSS) gemäß den Allgemeinen Bestimmungen 4.3.10.1 (Terminservicestellen-Terminfall) und 4.3.10.2 EBM (Terminservicestellen-Akutfall) zusätzlich behandelten Patienten können dazu führen, dass die vorgegebene Höchstzahl von 300 schmerztherapeutischen Behandlungsfällen je Vertragsarzt überschritten wird.

 

Die zusätzlich in die Gesamtzahl der Patienten eingerechneten Behandlungsfälle können dazu führen, dass der Anteil von 75 Prozent schmerztherapeutisch behandelter Patienten nicht mehr erreicht werden kann.

 

Daher werden Behandlungsfälle aufgrund einer TSS-Vermittlung gemäß Allgemeiner Bestimmungen 4.3.10.1 und 4.3.10.2 mit Beschlussfassung des Bewertungsausschusses seit 1. April 2021 von diesen Regelungen ausgenommen.

 

Offene Sprechstunde
Durch zusätzliche Patienten aus offenen Sprechstunden kann es für Schmerztherapeuten zu den gleichen Auswirkungen auf die Berechnungsfähigkeit der GOP 30702 beziehungsweise 30704 EBM kommen.

 

Aus diesem Grund wurde in § 17 Absatz 1c BMV-Ä zum 1. April 2021 eine Regelung ergänzt. Ärzte, die die GOP 30702 EBM in einem Quartal abrechnen, müssen in diesem Quartal keine offene Sprechstunde anbieten.

 

 

02.06.2021