Über 300 Möglichkeiten für neue Kollegen

KVBB-Vize präsentiert Vertreterversammlung Auswirkungen der neuen Bedarfsplanung

Für Ärzte und Psychotherapeuten gibt es im Land Brandenburg jetzt 326,5 neue Zulassungsmöglichkeiten. Darüber informierte Dipl.-Med. Andreas Schwark, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVBB, die Vertreterversammlung am 19. Juni. Möglich wurde das durch die Reform der Bedarfsplanung. Damit wird jetzt unter anderem auch die Morbidität einer Region berücksichtigt. Für verschiedene Arztgruppen wurde zudem die Verhältniszahl, wie viele Patienten von einem Arzt versorgt werden sollen, massiv abgesenkt.

 

Von den 326,5 zusätzlichen Sitzen entfallen 182 auf die Hausärzte, 86 auf die Fachärzte und 58,5 auf die Psychotherapeuten. Bei den Fachärzten gibt es die meisten neuen Stellen für die Nervenärzte (25), gefolgt von den Augenärzten (14), Kinderärzten (7,5) und Hautärzten (6,5).

 

„Damit eröffnen sich jungen Kollegen jetzt zusätzliche Möglichkeiten, in Brandenburg ambulant tätig zu werden“, sagte Herr Schwark. Sie zu besetzen werde ein Kraftakt. Von Hausärzten seien aktuell ca. 42 Anträge eingegangen, so der KVBB-Vize. Auch bei den Augen-, Haut- und Kinderärzten gehe die Schere zwischen Angebot und Nachfrage leider auseinander. Nur für die Psychotherapeutensitze gebe es mehr Interessenten als Zulassungsmöglichkeiten.

 

In der Vertreterversammlung ging die Meinung über die neuen Niederlassungsmöglichkeiten auseinander. Sie finde das nicht gut, sagte Dipl.-Med Birgit Köhler. Bereits jetzt gebe es viele Kollegen, die vergeblich nach einem Nachfolger suchten, so die Augenärztin aus Königs Wusterhausen. „Um die sollte man sich zuerst kümmern.“

 

Kinderärztin Dr. Anke Speth aus Rüdersdorf hingegen freute sich über  die zusätzlichen Sitze für ihre Fachgruppe. „Wir hätten uns gewünscht, dass es noch mehr Kinderarztsitze gibt.“ Bereits jetzt arbeiteten viele ihrer Kollegen am Limit und könnten Unterstützung sehr gut gebrauchen.

 

Hintergrund: Am 1. Juli 2019 trat die neue bundesweite Bedarfsplanungsrichtlinie in Kraft. Im Einvernehmen mit den Krankenkassen erstellte die KVBB daraufhin den neuen Bedarfsplan für Brandenburg. Der Landesausschuss beschloss diesen am 7. Mai.

 

Die neuen Zulassungsmöglichkeiten sind nicht mit weiteren Finanzmitteln untersetzt. Weitere Informationen zur neuen Bedarfsplanung sowie den Zulassungsmöglichkeiten finden Sie hier.

 

 

 

17.07.2020