Überweisungssteuerung im neuen Gewand

Dem TSVG zum Trotz ist es gelungen, die Überweisungssteuerungsvereinbarungen im Land Brandenburg zu erhalten! Diese haben dabei zum Teil erhebliche Veränderungen erfahren, die wir Ihnen im Folgenden gerne vorstellen:

 

Überweisungssteuerung mit der AOK Nordost mit neuen Fristen

Ab sofort wird die Überweisungssteuerungsvereinbarung mit der AOK Nordost geändert:

die bisherigen Kategorien A (Behandlung am nächsten Werktag) und B1 (Behandlung im Laufe einer Woche) werden zur neuen Kategorie A zusammengefasst, die eine Behandlung innerhalb von 4 Kalendertagen nach Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit beinhaltet.

 

Als Versorgungsanlässe zur Kategorie A kommen in Betracht

  • hoch akutes Krankheitsbild,
  • zunehmende/anhaltende Verschlechterung der Symptomatik,
  • drohender Dauerschaden des Patienten,
  • anhaltende Arbeitsunfähigkeit zur Abklärung des weiteren Behandlungsprozederes,
  • Vermeidung prästationärer Zeiten,
  • Vermeidung einer Krankenhauseinweisung,
  • Abklärung der Notwendigkeit einer stationären Behandlung.

Der überweisende Vertragsarzt erhält für die Überweisung inkl. Anamnese, Diagnose, Befund und Fragestellung sowie die Terminvermittlung 5,50 Euro (SNR 93480A), der annehmende Vertragsarzt 11 Euro (SNR 93481A).

 

Die Vereinbarung gilt künftig nur noch für Überweisungen, die von Fachärzten an andere Fachärzte oder an Hausärzte ausgestellt bzw. vom Facharzt angenommen werden. Die SNR 93481A kann durch den annehmenden Facharzt auch dann abgerechnet werden, wenn der Patient als Hausarzt-Vermittlungsfall lt. TSVG vorstellig wird.

 

Die bisherige Kategorie B2 (Zweitmeinung im Rückenzentrum) wird als Kategorie B ohne inhaltliche Änderung fortgeführt. Zur Erinnerung:

 

Für die Beratung von Patienten mit initial festgestellter Operationsnotwendigkeit an Bandscheibe oder Wirbelsäule zur Nutzung eines Zweitmeinungszentrums und die dazu erforderliche Überweisung beträgt die Vergütung 20 Euro und ist über die Symbolnummern 93480C abrechenbar.

 

Für die Einleitung und Umsetzung der vom Zweitmeinungszentrum vorgeschlagenen Therapieempfehlungen erhält der Vertragsarzt eine Vergütung von 20 Euro (SNR 93482).

 

Überweisungssteuerung mit der DAK-Gesundheit ab sofort nur noch für fachärztlichen Versorgungsbereich

Nachdem die DAK-Gesundheit zunächst mit Verweis auf das TSVG nicht bereit war, den Vertrag über den 30. September 2019 hinaus fortzuführen ist es der KVBB mit beharrlichen Hinweisen auf die bestehenden Regelungslücken des TSVG gelungen, die DAK-Gesundheit zu überzeugen, die Vereinbarung zu erhalten. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings - mit Wirkung ab 1. Oktober 2019 gilt der Vertrag ausschließlich für Überweisungen vom Facharzt zum Facharzt. Sowohl die Überweisung durch den Hausarzt als auch die Überweisung an einen Hausarzt sind nicht mehr Vertragsgegenstand.

 

Die Vergütung gilt unverändert weiter:

  • Einschreibung des Versicherten           5,70 Euro (SNR 93483)
    (einschließlich Information und Beratung des Versicherten über die Leistungen des Vertrages)

Kategorie A (Termin spätestens am nächsten Werktag)

  • überweisender Facharzt                           6 Euro (SNR 93480A)
    (inkl. Anamnese, Diagnose, Befund und Fragestellung; Terminvermittlung)
  • übernehmender Facharzt                        16 Euro (SNR 93481A)
    (Bereitstellen kurzfristiger Behandlungskapazitäten, Terminvergabe, Diagnostik und/oder Behandlung sowie Befunddokumentation)

Kategorie B (Termin innerhalb einer Woche)

  • überweisender Facharzt                           5 Euro (SNR 93480B)
    (inkl. Anamnese, Diagnose, Befund und Fragestellung; Terminvermittlung
  • übernehmender Facharzt                        12 Euro (SNR 93481B)
    (Bereitstellen kurzfristiger Behandlungskapazitäten, Terminvergabe, Diagnostik und/oder Behandlung sowie Befunddokumentation)

Die aktualisierten Verträge finden Sie zeitnah im geschützten Bereich der Homepage der KVBB in der Rubrik Praxis unter Verträge und Recht.

09.10.2019