Unterkieferprotrusionsschiene bei obstruktiver Schlafapnoe

Ab dem 1. Oktober 2021 wird eine Zweitlinientherapie mit einer Unterkieferprotrusionsschiene (UPS) im EBM abgebildet.

 

Hierfür wurden fünf neue Bestimmungen zum Abschnitt 30.9 EBM der Schlafstörungsdiagnostik aufgenommen. Darin werden die Abrechnungs- und Genehmigungsvoraussetzungen geregelt.

 

Eine weitere Anpassung betrifft die Leistungsinhalte und Anmerkungen der bereits im EBM enthaltenen Gebührenordnungspositionen (GOP) 30900 (Polygraphie) und 30901 (Polysomnographie). Beide GOP können nun auch im Rahmen einer Therapie mit einer UPS berechnet werden.

 

Methode und Indikationsstellung

Eine UPS ist ein während des Schlafs auf den Zähnen getragenes Gerät, welches den Unterkiefer, die Zunge und weitere Strukturen der Rachenvorderwand so positioniert, dass die Atemwege durch eine Erweiterung des Rachenraums mechanisch offen gehalten werden.

 

Bei Vorliegen einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) kommt es zur wiederkehrenden Verengung der oberen Atemwege im Rachenbereich während des Schlafs. Die Atmungsstörung führt zu einer Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff, was ein kurzes Aufwachen auslöst.

 

Die Feststellung einer behandlungsbedürftigen OSA erfolgt anhand einer Stufendiagnostik gemäß Anlage I Nummer 3 § 3 der MVV-Richtlinie.

 

Patientinnen und Patienten, bei denen die Standardbehandlung mittels Überdrucktherapie nicht erfolgreich durchgeführt werden kann, dürfen ab dem 1. Oktober 2021 zulasten der Krankenkassen mit einer UPS behandelt werden. Für die vertragsärztliche Versorgung wurde definiert, dass entsprechende Schienen zahntechnisch individuell angefertigt und adjustierbar sein müssen.

 

Verordnung

Die Berechtigung zur Verordnung einer UPS im Rahmen der Behandlung einer OSA gilt für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, die über eine Genehmigung der KVBB nach der Qualitätssicherungsvereinbarung zur Diagnostik und Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen verfügen.

 

GOP

Leistung

Vergütung

30902

Einleitung einer Zweitlinientherapie mittels Unterkieferprotrusionsschiene bei obstruktiver Schlafapnoe

65 Punkte / 7,23 Euro

30905

Zusatzpauschale für die Koordination mit dem Vertragszahnarzt im Rahmen der Therapie mittels einer Unterkieferprotrusionsschiene

65 Punkte / 7,23 Euro

 

Voraussetzung für die Abrechnung ist, dass die Standardbehandlung mittels Überdrucktherapie nicht erfolgreich durchgeführt werden kann.

 

Die Vergütung erfolgt zunächst extrabudgetär.

 

Gleiches gilt für die GOP 30900 und 30901 EBM, sofern sie bei Patienten zur Erstanpassung oder Verlaufskontrolle einer Therapie mit einer Unterkieferprotrusionsschiene abgerechnet und mit einem U (GOP 30900U bzw. 30901U EBM) gekennzeichnet werden.

 

 

 

22.09.2021