Vakuumversiegelungstherapie von Wunden neu im EBM

Ab 1. Oktober 2020 kann auch in der ambulanten Versorgung die Vakuumversiegelungstherapie von Wunden abgerechnet werden. Dabei wird zwischen primärem und sekundärem Wundverschluss unterschieden.

 

Die Vakuumversiegelungstherapie kann bei Patienten eingesetzt werden, bei denen aufgrund wund- oder patientenspezifischer Risikofaktoren unter einer Standardwundbehandlung keine ausreichende Heilung zu erwarten ist. Die Details sind in der Richtlinie Methodenvertragsärztliche Versorgung in Nummer 33 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ geregelt.

 

Primärer Wundverschluss
Die Vakuumversiegelungstherapie für den primären Wundverschluss wird über die GOP 31401 (7,47 Euro) und die GOP 36401 (7,03 Euro) im EBM abgebildet. Die GOP sind als Zuschlag zu einem Eingriff des EBM-Abschnitts 31.2 (ambulante Operationen) beziehungsweise 36.2 (belegärztliche Operationen) einmal am Behandlungstag berechnungsfähig.

 

Die neuen Leistungen zum primären Wundverschluss können nur operativ tätige Vertragsärzte abrechnen.

 

Auf die Aufnahme eines OPS-Kodes für die Vakuumversiegelungstherapie in den Anhang 2 zum EBM wird verzichtet, da die Anlage des entsprechenden Verbandes beim intendierten primären Wundverschluss Bestandteil der Schnitt- Naht-Zeit des Haupteingriffes ist.

 

Die Finanzierung erfolgt – als Leistung des ambulanten und belegärztlichen Operierens – dauerhaft außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und somit extrabudgetär zu festen Preisen.

 

Sekundärer Wundverschluss
Zur Abrechnung der Vakuumversiegelungstherapie beim intendierten sekundären Wundverschluss wird die GOP 02314 (14,83 Euro) in den EBMAbschnitt 2.3 (kleinchirurgische Eingriffe) aufgenommen und ist einmal am Behandlungstag abrechenbar.

 

Die GOP 02314 ist von folgenden Fachgruppen berechnungsfähig:

  • Allgemeinmedizin
  • Innere und Allgemeinmedizin
  • Praktische Ärzte
  • Ärzte ohne Gebietsbezeichnung
  • Innere Medizin ohne Schwerpunktbezeichnung, die gegenüber dem Zulassungsausschuss ihre Teilnahme an der hausärztlichen Versorgung gemäß § 73 Abs. 1a SGB V erklärt haben
  • Chirurgie
  • Kinderchirurgie
  • Plastische und Ästhetische Chirurgie
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Hals-,Nasen- und Ohrenheilkunde
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Innere Medizin und Angiologie
  • Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie
  • Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Neurochirurgie
  • Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Urologie
  • Vertragsärzte mit der Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder der Bezeichnung „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)“ oder der Zusatzweiterbildung Phlebologie. 

Sachkosten
Für die bei der primären und sekundären Vakuumversiegelungstherapie anfallenden Sachkosten werden vier leistungsbezogene Kostenpauschalen (GOP 40900 bis 40903) in den neuen EBM-Abschnitt 40.17 eingeführt.

 

 

14.10.2020