Wann ist eine serologische SARS-CoV-2 - Antikörpertestung abrechenbar?

Patienten mit Verdacht auf das Vorliegen einer SARS-CoV-2-Infektion sollten so früh wie möglich getestet werden. Das Standardverfahren ist der direkte Erregernachweis z.B. mittels RT-PCR innerhalb einer Woche nach dem möglichen Infektionsereignis.  Die serologische Bestimmung SARS-CoV-2-spezifischer Antikörper ist nur dann zur differenzialdiagnostischen Klärung einer klinischen COVID-19 Symptomatik zu Lasten der GKV abrechenbar (kurative Indikation), wenn der direkte Erregernachweis nicht mehr möglich ist.

 

Es kommen ausschließlich diejenigen Patienten in Frage, bei denen die Symptome schon seit mehr als einer Woche bestehen. Bei diesen Patienten kann der Infektionsnachweis mit RT-PCR falsch negative Ergebnisse liefern. Zur Diagnose einer ablaufenden SARS-CoV-2 Infektion dient in diesen Fällen der wiederholte quantitative IgG-Antikörpertest als indirekter Nachweis.

 

Steigt der SARS-CoV-2-Antikörpertiter innerhalb einer kurzen Zeitspanne an, gilt dies als indirekter Nachweis einer Infektion. Es sind zwei Blutproben im Abstand von 7 bis 14 Tagen erforderlich.

 

Nach möglicher Infektion

 

Woche 1 ab Woche 2 ab Woche 3
Keine Untersuchung erfolgt  1. AK-Titer 2. AK-Titer 

 

Praktischer Abrechnungshinweis

Die beiden Titerbestimmungen werden jeweils über die GOP 32641 vergütet. Die Angabe der Antikörperspezifität (Feldkennung 5002) ist zwingend.

 

Zur besonderen Kennzeichnung ist von veranlassendem Arzt und Laborarzt die Ziffer 88240 am Behandlungstag hinzuzufügen (extrabudgetäre Vergütung).

 

Die Durchführung der Testung ist genehmigungspflichtig und wird in der Regel nur von Fachärzten für Labormedizin durchgeführt.

 

Ist die SARS-CoV-2 – Antikörpertestung als Impfnachweis abrechenbar?

Vor einer Impfung muss die durchgemachte Infektion nicht ausgeschlossen werden.

 

Als Nachweis der Wirksamkeit einer Impfung ist die serologische SARS-CoV-2-Antikörpertestung nicht zu Lasten der GKV abrechenbar.

 

Hinweis: Die STIKO empfiehlt die Bestimmung von Antikörpertitern als Wirknachweis nach einer Impfung bei immungeschwächten Patienten. Hier erfolgt die Abrechnung der Leistung als Privatleistung nach GOÄ (bis zum Abschluss einer Vereinbarung auf Landesebene).

05.11.2021