WhatsApp ungeeignet für Gesundheitsberufe

Der Kurznachrichtendienst Whats- App ist für die Nutzung im Praxisalltag, etwa als dienstlicher Kommunikationskanal unter Kollegen oder mit Patienten nicht geeignet. Darauf wies jüngst Brandenburgs Datenschutzbeauftragte Dagmar Hartge in ihrem Tätigkeitsbericht für 2021 hin. Demnach sei die Verwendung von Whats- App aufgrund der zwangsläufigen Datenverarbeitung in den USA „äußerst kritisch zu bewerten“. Und: „Wir raten von der Nutzung dieses Messenger- Dienstes insbesondere in Gesundheitsberufen daher ab.“

 

Wie problematisch die Nutzung von WhatsApp sein kann, zeigt der Fall einer Ärztin für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, der in dem Tätigkeitsbericht geschildert wird: Die Ärztin teilte ihre neue Praxisanschrift einer WhatsApp-Gruppe von 230 Mitgliedern mit. Dazu gehörten Eltern, Therapeuten, Sozialpädagogen sowie Lehrkräfte. Ihnen wurden so die Telefonnummern der anderen Mitglieder offenbart. Wer diese Nummern als eigene Kontakte führte, konnte Rückschlüsse darauf ziehen, dass sich Kinder aus ihnen bekannten Familien bei der Ärztin in Behandlung befinden oder befunden hatten.

 

Die Mutter einer ehemaligen minderjährigen Patientin hatte sich bei Brandenburgs oberster Datenschützerin über den Vorgang beschwert. Mit Recht, wie diese befand. Das Vorgehen der Ärztin verstoße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO). Zum einen hätten die Mitglieder der WhatsApp-Gruppe in die Aufnahme in die Gruppe und damit in die Offenbarung ihrer Telefonnummern einwilligen müssen. Zum anderen gehen die Interessen der betroffenen Personen am Schutz ihrer sensiblen Daten dem Interesse der Ärztin, ihre neue Praxisanschrift mitzuteilen, vor.

 

Gegen die Ärztin ist ein Bußgeld in vierstelliger Höhe verhängt worden.

 

 

 

 

 

 

02.06.2022