Notfalldatenmanagement (NFDM)

Im Notfalldatensatz werden Informationen zu Allergien, Arzneimittelunverträglichkeiten, regelmäßig eingenommenen Medikamenten und notfallrelevanten Diagnosen gespeichert. Auch weitere medizinische Hinweise, etwa zu einer Schwangerschaft oder Implantaten, sowie die Kontaktdaten der behandelnden Ärzte können erfasst werden.

 

Mit dem NFDM können im medizinischen Notfall diese Daten direkt von der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) des Patienten abgerufen werden. Aber auch für den Behandlungsalltag in der Praxis kann der Notfalldatensatz wichtig sein, etwa bei der Anamnese.

 

Technische Voraussetzungen

Ihre Praxis muss an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sein. Außerdem brauchen Sie:

  • Update zum TI-Konnektor
  • das Praxisverwaltungssystem (PVS)-Modul für NFDM
  • den elektronischen Heilberufeausweis (eHBA) der zweiten Generation für die qualifizierte elektronische Signatur des Notfalldatensatzes
  • gegebenfalls ein zusätzliches Kartenterminal im Sprechzimmer

Für Informationen und Angebote wenden Sie sich bitte an Ihre Systemhäuser.

 

Anlegen und Aktualisieren des Notfalldatensatzes

Nur Ärzte, die einen umfassenden Überblick über Befunde, Diagnosen und Therapien eines Patienten haben, können den Notfalldatensatz anlegen.

So geht es:

  • Patient über das NFDM aufklären und Einwilligung einholen
  • über das PVS relevante Informationen für den Notfalldatensatz auswählen
  • Datensatz elektronisch signieren
  • Notfalldatensatz auf der eGK speichern

Achtung: Die Aktualisierung des Notfalldatensatzes sollte jeder Arzt und Psychotherapeut vornehmen, der notfallrelevante Informationen zu dem Patienten hat.

 

Lesen des Notfalldatensatzes

Im medizinischen Notfall dürfen Ärzte, Notfallrettungskräfte oder andere Personen, die einen elektronischen Heilberufeausweis besitzen, zugreifen – auch ohne Zustimmung des Betroffenen.

 

Beim normalen Praxisbesuch dürfen Sie die Daten nur lesen oder bearbeiten, wenn der Patient dem ausdrücklich zustimmt. Auf der eGK wird protokolliert, wer wann auf den Notfalldatensatz zugegriffen hat.

 

Abrechnung

  • GOP 01640 (Anlage des Notfalldatensatzes): 160 Punkte (bis 20.10.2021); 80 Punkte (ab 21.10.2021)
  • GOP 01641 (Überprüfung und Aktualisierung des Notfalldatensatzes): 4 Punkte
  • GOP 01642 (Löschen des Notfalldatensatzes): 1 Punkt

Kosten und Finanzierung

  • Update zum E-Health-Konnektor inkl. PVS-Updates für NFDM und elektronischen Medikationsplan (eMP): 530 Euro einmalig
  • Zusätzliches Kartenterminal (für NFDM und eMP nutzbar): 595 Euro je Kartenterminal (Anspruch: ein zusätzliches Terminal je angefangene 625 Betriebsstättenfälle)
  • Betriebskostenzuschlag NFDM/eMP: 4,50 Euro je Quartal

Sie erhalten die Finanzierungspauschale und die Betriebskostenpauschale mit der Quartalsabrechnung der KV Brandenburg. Füllen Sie dafür – sobald Sie die NFDM/ eMP-Komponenten vorhalten und anwenden können – das entsprechende Online- Formular im Abrechnungsportal der KV Brandenburg aus.

 

Dieses finden Sie nach der Anmeldung im Abrechnungsportal über die Startseite und den Link „Formular NFDM und eMP installiert“. Oder Sie gehen über das Hauptmenü „Datei abgeben“, den Menüpunkt „Telematikinfrastruktur“ und klicken „NFDM und eMP installiert“ an.

 

Weitere Informationen

 Themenseite der KBV