Neue Dokumentationsanforderungen für organisierte Krebsfrüherkennung

Darmkrebs und Zervixkarzinom

Ab dem 1. Januar 2020 werden durch die Umstellung der Krebsfrüherkennungsrichtlinie auf die organisierte Krebsfrüherkennungsrichtlinie neue Dokumentationsvorgaben für die Koloskopie und den immunologischen Test auf okkultes Blut im Stuhl (Darmkrebsfrüherkennung) geltend gemacht. Gleichzeitig wird das Muster 39 für die Kommunikation zwischen Gynäkologen und Zytologen (Früherkennung Zervixkarzinom) angepasst.

 

Die Anpassungen erfolgten im Wesentlichen aufgrund von Anregungen der Fachgesellschaften und Berufsverbände. So umfassen die neuen Vorgabender Darmkrebsfrüherkennung beispielsweise die Erfassung serratierter Adenome.


Die Änderungen im Überblick:

 

Organisiertes Krebsfrüherkennungsprogramm Darmkrebs
Für die Dokumentation des quantitativen immunologischen Tests auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) hat das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) Spezifikationen bereitgestellt. Neben den Testergebnissen enthalten die Dokumentationen auch Angaben zum verwendeten Test. Die Daten werden zukünftig patientenbezogen von Laboren erfasst und übermittelt. Damit entfallen die Quartalsberichte, die bis Ende 2019 von den Laboren an die KVen zu übermitteln sind.

 

Organisiertes Krebsfrüherkennungsprogramm Zervixkarzinom
Das Muster 39 wurde inhaltlich überarbeitet. Zukünftig entfallen die Angaben zur rektalen Untersuchung und zum Blutdruck. Dafür wurde das Formular um Informationen zum Test auf Humane Papillomviren (HPV) und zur HPV-Impfung ergänzt. Diese neuen Parameter enthalten neben dem Testergebnis und Informationen zum Virustyp auch Angaben zum verwendeten Test (Schwellenwert, Pharmazentralnummer). Neben den gedruckten und Blankoformularen wird auch eine digitale Version des Musters 39 zur Verfügung stehen.

 

Die entsprechenden neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) zur Abrechnung werden zeitnah im Bewertungsausschuss vereinbart. Wir informieren Sie, sobald der Beschluss des Bewertungsausschusses vorliegt, über unsere Internetseite und „KV-Intern“.

 

 

Übermittlung der Dokumentationen an die KV


Im Zuge der Neuerungen werden die KVen im Rahmen der Programmevaluation die Funktion der Datenannahmestelle übernehmen, die die Datenpakete über die Vertrauensstelle an die Bundesauswertestelle weiterleitet. Die Bundesauswertestelle befasst sich mit der Zusammenführung, Auswertung und Veröffentlichung von Daten und erstellt einen Schlüssel, der medizinische Daten datenschutzkonform transportiert und die Möglichkeit der Zuordnung von Daten gewährt. Erst wenn dieser erstellte Schlüssel vorhanden ist, können Praxen die Daten an die KVen übermitteln. Bis dahin müssen Praxen die Daten aus Datenschutzgründen in der Praxis vorhalten. Zum aktuellen Zeitpunkt läuft das Vergabeverfahren für die Benennung der Bundesauswertestelle. Es wird davon ausgegangen, dass sie ihre Arbeit Mitte 2020 aufnehmen kann.

 

Durch die technischen Spezifikationen, die vom IQTiG erstellt wurden, wird es voraussichtlich auch praktische Änderungen geben, da die vorhandenen Plausibilitätsabfragen nicht in gleicher Weise übernommen wurden. Die zuständigen Softwareanbieter der Praxisverwaltungssysteme wurden frühzeitig über diese Neuerungen informiert und darauf hingewiesen, diese anzupassen. Da jedoch keine Zertifizierung der Software von Seiten der KBV erfolgt, wird dazu geraten, sich bezüglich einer zeitgerechten Implementierung der Dokumentationssoftware an die Hersteller der Praxissoftware selbst zu wenden.

 

 

 

22.11.2019