Praxisschließung - Sind Sie gut vertreten?

Das müssen Sie beachten

Bei Urlaub, Krankheit, der Teilnahme an ärztlichen Fortbildungen oder an einer Wehrübung kann sich ein Vertragsarzt vertreten lassen. Für die Dauer seiner Abwesenheit hat er für eine ordnungsgemäße Vertretung Sorge zu tragen und zwar ab dem ersten Tag seiner Abwesenheit. Dauert die Abwesenheit des Arztes länger als eine Woche, muss dies der KVBB unter Benennung des Vertreters schriftlich gemeldet werden unter Nutzung unserer Online-Arztsuche.

 

Änderungen der Sprechzeiten, Praxisschließzeiten sowie die vertretenden Ärzte sind (wenn möglich) im Voraus den Patienten anzukündigen, beispielsweise über Aushänge in der Praxis, Hinweise auf der Internetseite, Ansage auf dem Anrufbeantworter und sind selbstständig in der Online-Arztsuche der KVBB vorzunehmen.

 

Vertreterqualifikationen

Der Vertreter muss neben der Approbation über den erfolgreichen Abschluss der gleichen Weiterbildung verfügen wie der zu vertretende Arzt bzw. derselben oder zumindest einer unmittelbar verwandten Gebietsgruppe (z.B. Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Orthopädie/Rehabilitative Medizin) angehören. Die entsprechenden Urkunden sind bei der Beantragung der Genehmigung der Beschäftigung eines Vertreters zusammen mit dem entsprechenden Antragsformular bei der KVBB einzureichen.

 

Der Vertragsarzt hat sich davon zu überzeugen, dass der Vertreter die Qualifikationsvoraussetzungen erfüllt. Er haftet für die Erfüllung der vertragsärztlichen Plichten durch einen Vertreter wie für die eigene Tätigkeit.

 

Die Vertretung kann wie folgt erfolgen:

 

Kollegiale Vertretung

Bei der kollegialen Vertretung wird ein Vertreter der Fachgruppe aus der näheren Umgebung des zu vertretenden Vertragsarztes – nach kollegialer Abstimmung – benannt. Dieser ist ebenfalls niedergelassener Vertragsarzt und übernimmt die Behandlung der Patienten in seiner eigenen Praxis unter seiner BSNR und LANR. Für die von ihm in Vertretung behandelten Patienten muss ein sogenannter „Vertretungsschein“ angelegt werden (Muster 19, Scheinuntergruppe 42). Die Praxis des zu vertretenden Arztes ist geschlossen.

 

Persönliche Vertretung

Die persönliche Vertretung erfolgt in der Praxis des abwesenden, zu vertretenden Vertragsarztes. Die Abrechnung der durch den Vertreter behandelten Patienten erfolgt auf dem „Originalschein“ (Muster 5) unter der BSNR und LANR des Praxisinhabers. Die Praxis des zu vertretenden Arztes ist geöffnet.

 

Vertretung von angestellten Ärzten (innerhalb einer Arztpraxis, MVZ oder BAG)

Die Vertretung innerhalb eines medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) oder die Vertretung eines angestellten Arztes ist keine Vertretung im eigentlichen Sinne. Das Bundessozialgericht hat in einem Urteil klargestellt, dass eine Behandlung durch einen anderen Arzt einer BAG oder eines MVZ keine Vertretung im Sinne der Ärzte-ZV darstellt (vgl. B6 KA 31/10 R).

 

Die Abrechnung der behandelten Patienten erfolgt nicht auf dem Vertretungsschein (Muster 19) sondern im regulären Behandlungsfall der Einrichtung unter der LANR des Arztes, der die Behandlung der Patienten anstelle des abwesenden Arztes übernimmt.

 

Abwesenheiten und Vertretungen müssen unter den in der Region niedergelassenen Kollegen rechtzeitig so aufeinander abgestimmt werden, dass eine ausreichende ärztliche Versorgung während dieser Zeit sichergestellt bleibt.

 

Bei Praxisschließung wegen Urlaubs sollte zudem im Voraus dafür Sorge getragen werden, dass die Patienten mit einer Dauermedikation über den Schließungszeitraum mit ihren Medikamenten versorgt sind.

 

Meldungen an die KVBB

Um eine Überzahlung zu vermeiden, sollten alle Vertragsärzte und psychologischen Psychotherapeuten, die Abschlagszahlungen erhalten, diese vom Sachgebiet Arztkontokorrent (AKK) der KVBB auf die aktuelle Situation anpassen lassen (z. B. Umstellung auf Fallzahlmeldung, Beibehaltung wegen Vertretung in eigener Praxis, Reduzierung, vorübergehende Aussetzung etc.):

Telefon: 0331/23 09-991.

 

Zudem muss eine unverzügliche Information an das Sachgebiet Versorgungsplanung der KVBB erfolgen: Telefon: 0331/23 09-326.

 

Dauer der eingeschränkten Tätigkeit / Praxisschließung

Was ist zu tun?

Kontakt

ab 1. Tag

Eintragung des vertretenden Arztes in die Online-Arztsuche der KVBB

www.kvbb-arztsuche.de 

ab 4 Wochen zusätzlich

schriftliche Mitteilung (auch in Vertretung mit entsprechender Vertretungsvollmacht) an das Sachgebiet Arztkontokorrent (Anzeigepflicht laut Abrechnungsordnung) über Zeitraum und Begründung.

Fax:
0331/23 09-219
oder per Post

ab 3 Monate

spätestens drei Wochen vor Ablauf der dreimonatigen Abwesenheit:
Genehmigung bei der KVBB für den vertretenden Arzt einholen – Antragstellung
Formular „Antrag Praxissitzvertretung über 3 Monate“ ).

Fax:
0331/23 09-383
oder per Post

 

Die Vertretungszeit bildet eine Ausnahme von der persönlichen Leistungserbringung, daher gelten die Vertretungsregularien nicht für ärztliche und psychologische Psychotherapeuten in Bezug auf die Erbringung von probatorischen Sitzungen und genehmigten Psychotherapien.

 

Die Wiederaufnahme des Praxisbetriebes nach einer Praxisschließung von mehr als vier Wochen ist per schriftliche Mitteilung bei den Mitarbeitern des Sachgebiets Arztkontokorrent anzuzeigen. Der Umfang der Wiederaufnahme (vollumfänglich/eingeschränkt) ist hierbei anzugeben.

Fax: 0331/23 09-219, per Post oder per E-Mail an FachbereichWH@kvbb.de

 

Weitere Details sind in der Zulassungsverordnung und der Abrechnungsordnung Nr. 3.2 der KVBB sowie auf unserer Website.

 

 

26.07.2019