Ärztliches Zeugnis für Corona-Impfung – Praxisinformation (Update)

Wichtiges für die Praxis im Überblick

 

Abrechnung

Bis zum 31.03.2021:

Die Abrechnung erfolgt über eine monatliche Anzahlmeldung bis zum 3. eines jeden Folgemonats ohne Patientendaten über das Abrechnungsportal im Datennerv (https://portal.kvbb.kv-safenet.de/portal/ oder direkt zum Login: https://portal.kvbb.kv-safenet.de/testV).

 

Achtung - Ab dem 01.04.2021:

Die Abrechnung erfolgt für Personen mit gesetzlicher Gesundheitskarte oder einem vergleichbaren Anspruchsnachweis (das sind gesetzlich Krankenversicherte, Polizei u.s.w.) über die Quartalsabrechnung auf dem Behandlungsschein der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse.

 

Alle anderen Impfberechtigten (das sind beispielsweise privat Krankenversicherte): Die Abrechnung der Leistungen erfolgt auf einem separaten Behandlungsschein analog dem Ersatzverfahren. Als Kostenträger ist das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) (KT 38825, IK: 100038825) anzugeben.

 

GOP

Leistung gemäß Corona-ImpfV

Vergütung

88320

Ausstellung eines Zeugnisses

5,00€

88321

Portopauschale, sofern Versand erfolgt

0,90€

 

Zudem zahlt das Land Brandenburg einen Zuschlag in Höhe von 5 €. 

Hierfür ist in der Quartalsabrechnung die SNR 90855 auf einem separaten Behandlungsschein,  Kostenträger Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV)
(KT 83886, IK 100083886) anzugeben.

 

Für das Attest müssen Patienten nicht extra in die Praxis kommen – es kann per Post zugeschickt werden. Ärzte erhalten für das Ausstellen der Bescheinigung fünf Euro zuzüglich 90 Cent, sofern ein postalischer Versand erfolgt.

 

Priorisierungsgruppen

Laut Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) brauchen Patienten mit Vorerkrankungen der Priorisierungsstufen zwei und drei ein ärztliches Attest, damit sie ihren Anspruch auf eine vorrangige Impfung nachweisen können. Dies gilt immer dann, wenn der Betreffende nicht schon aufgrund des Alters bevorzugt Anspruch hat (Gruppe 2 nach §3 ab 70 Jahren, Gruppe 3 nach §4 ab 60 Jahren).

 

Es reicht aus, wenn der Arzt formlos bescheinigt, dass eine Erkrankung gemäß §§3 und 4 im Sinne der CoronaImpfV vorliegt. Das ärztliche Zeugnis könnte beispielsweise lauten: „Hiermit wird bescheinigt, dass bei Herrn/Frau Mustermann eine Erkrankung im Sinne von §4 Ziffer 2 der CoronaImpfV vorliegt.“

 

Aufgrund folgender Erkrankungen haben Personen mit hoher Priorität nach §3 CoronaImpfV Anspruch auf die Schutzimpfung:

  • Trisomie 21 oder einer Conterganschädigung,
  • Z.n. Organtransplantation,
  • Demenz, geistige Behinderung, oder schwere psychiatrische Erkrankung (insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression),
  • Behandlungsbedürftigen Krebserkrankungen,
  • Interstitielle Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung,
  • Muskeldystrophien und vergleichbare neuromuskuläre Erkrankungen,
  • Diabetes mellitus mit Komplikationen,
  • Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung,
  • chronische Nierenerkrankung,
  • Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 40),
  • nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

Einzelfallentscheidungen: 

Die neue CoronaImpfV öffnet weiterhin die Möglichkeit für Einzelfallentscheidung hinsichtlich der Einordnung in eine Prioritätsgruppe. Personen mit einer Erkrankung, welche nicht in der CoronaImpfV benannt wird, aber mindestens ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer COVID-Infektion aufweisen, haben Anspruch auf ein Attest.

 

Begründete Anträge auf eine Einzelfallentscheidung können per Post an das Gesundheitsministerium gesendet werden (Anschrift: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz, Abteilung Gesundheit, Postfach 60 11 63, 14411 Potsdam, Kennwort: Impfpriorität).

 

Ausblick

Aufgrund folgender Erkrankungen haben Personen mit erhöhter Priorität nach
§4 CoronaImpfV
Anspruch auf die Schutzimpfung:

  • behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen,
  • Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen oder rheumatologische Erkrankungen,
  • Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit oder arterielle Hypertonie,
  • zerebrovaskuläre Erkrankung, Apoplex, chronische neurologische Erkrankung,
  • Asthma bronchiale,
  • chronisch entzündliche Darmerkrankung,
  • Diabetes mellitus ohne Komplikationen,
  • Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 30),
  • nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

Wir informieren Sie zeitnah, sobald die Anspruchsberechtigung nach § 4 umgesetzt werden kann und passen die Vorlage für das Zeugnis dann entsprechend an.

 

Aktuelle Informationen, Änderungen zu den zu impfenden Gruppe, etc. werden auch auf www.brandenburg-impft.de und in der Presse bekannt gegeben.

 

 

 

31.03.2021