Ärztliches Zeugnis für Corona-Impfung – Praxisinformation

Wichtiges für die Praxis im Überblick

 

Altersunterscheidung beim Impfstoff

Personen zwischen 18 und 65 Jahren werden vorranging mit dem AstraZeneca-Impfstoff versorgt.

 

Priorisierungsgruppen

Laut Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) brauchen Patienten mit Vorerkrankungen der Priorisierungsstufen zwei und drei ein ärztliches Attest, damit sie ihren Anspruch auf eine vorrangige Impfung nachweisen können. Dies gilt immer dann, wenn der Betreffende nicht schon aufgrund des Alters bevorzugt Anspruch hat (Gruppe 2 nach § 3 ab 70 Jahren, Gruppe 3 nach § 4 ab 60 Jahren).

  

Es reicht aber auch aus, wenn der Arzt formlos bescheinigt, dass eine Erkrankung gemäß §§ 3 und 4 im Sinne der Coronavirus-Impfverordnung vorliegt. Das ärztliche Zeugnis könnte somit beispielsweise lauten: „Hiermit wird bescheinigt, dass bei Herrn/Frau Mustermann eine Erkrankung im Sinne von § 4 Ziffer 2 der CoronaImpfV vorliegt.“

 

Aufgrund folgender Erkrankungen haben Personen mit hoher Priorität nach § 3 CoronaImpfV Anspruch auf die Schutzimpfung:

  • Trisomie 21,
  • Z.n. Organtransplantation,
  • Demenz, geistige Behinderung, oder schwere psychiatrische Erkrankung,
  • Malignen hämatologischen Erkrankungen oder behandlungsbedürftigen soliden Tumorerkrankungen, die nicht in Remission sind oder deren Remissionsdauer weniger als fünf Jahre beträgt,
  • Interstitielle Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung,
  • Diabetes mellitus (mit HbA1c ≥ 58 mmol/mol oder ≥ 7,5%),
  • Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung,
  • chronische Nierenerkrankung,
  • Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 40),
  • nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

Für das Attest müssen Patienten nicht extra in die Praxis kommen – es kann per Post zugeschickt werden. Ärzte erhalten für das Ausstellen der Bescheinigung fünf Euro zuzüglich 90 Cent, sofern ein postalischer Versand erfolgt.

 

Die Abrechnung erfolgt über eine monatliche Anzahlmeldung bis zum 3. eines jeden Folgemonats ohne Patientendaten über das Abrechnungsportal im Datennerv (https://portal.kvbb.kv-safenet.de/portal/ oder direkt zum Login: portal.kvbb.kv-safenet.de/testV).

 

Zudem zahlt das Land Brandenburg einen Zuschlag in Höhe von 5 €.

Hierfür ist in der Quartalsabrechnung die SNR 90855 auf einem separaten Behandlungsschein,  Kostenträger Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV) (KT 83886, IK 100083886) anzugeben.

 

Hintergründe zu den Änderungen durch die CoronaImpfV

Die CoronaImpfV wurde u.a. wegen der Einführung des AstraZeneca-Impfstoffes neu gefasst. Die neue Version der CoronaImpfV berücksichtigt sowohl eine Altersbegrenzung für die Verwendung des neuen Vektoren-Impfstoffes, als auch eine Neuausrichtung der Priorisierungsgruppen unter anderem auch in Bezug auf bestimmte Vorerkrankungen, wie dargestellt.

 

Aktuelle Informationen, Änderungen zu den zu impfenden Gruppe, etc. werden auch auf www.brandenburg-impft.de und in der Presse bekannt gegeben.

 

Einzelfallentscheidungen

Die neue CoronaImpfV öffnet weiterhin die Möglichkeit für Einzelfallentscheidung hinsichtlich der Einordnung in eine Prioritätsgruppe. Personen mit einer Erkrankung, welche nicht in der CoronaImpfV benannt wird, aber mindestens ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer COVID-Infektion aufweisen, haben Anspruch auf ein Attest.

 
Begründete Anträge auf eine Einzelfallentscheidung können per Post an das Gesundheitsministerium gesendet werden (Anschrift: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz, Abteilung Gesundheit, Postfach 60 11 63, 14411 Potsdam, Kennwort: Impfpriorität).

 

Ausblick

Aufgrund folgender Erkrankungen haben Personen mit hoher Priorität nach § 4 CoronaImpfV (ab 60 Jahren) demnächst Anspruch auf die Schutzimpfung:

  • behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen, wenn die Remissionsdauer mehr als fünf Jahre beträgt,
  • Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen oder rheumatologische Erkrankungen,
  • Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit oder arterielle Hypertonie,
  • zerebrovaskuläre Erkrankung, Apoplex, chronische neurologische Erkrankung,
  • Asthma bronchiale,
  • chronisch entzündliche Darmerkrankung,
  • Diabetes mellitus (mit HbA1c < 58 mmol/mol oder < 7,5%),
  • Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 30),
  • nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

Wir informieren Sie zeitnah, sobald die Anspruchsberechtigung nach § 4 umgesetzt werden kann und passen die Vorlage für das Zeugnis dann entsprechend an.

25.02.2021