BD 4.0: Immer der nächstgelegene Einsatzarzt

Mit der Bereitschaftsdienstreform BD 4.0 wurde der ärztliche Bereitschaftsdienst im Land Brandenburg zukunftsfest gemacht. Die neuen Strukturen sind etabliert und bewähren sich im Versorgungsalltag.

 

Trotzdem bleiben Fragen nicht aus, wie wir aus Gesprächen mit diensthabenden Ärzten und unseren Kollegen aus der Koordinierungsstelle 116117 wissen. Zwei Themen interessieren derzeit dabei besonders:

 

Was bedeutet das „Nächstgelegenen-Prinzip“?
Die Koordinierungsstelle 116117 steuert Patienten in der Regel in die nächstgelegene ärztliche Bereitschaftspraxis. Ist das aus triftigem Grund nicht möglich, etwa aufgrund der Erkrankung des Patienten oder weil er nicht mehr mobil ist, wird der Patient an den nächstgelegenen Einsatzarzt vermittelt.

 

Nächstgelegen bezieht sich dabei auf die Entfernung zwischen Standort des Einsatzarztes und der Wohnung des Patienten – auch über die Grenzen der einzelnen Bereitschaftsdienstregionen hinweg. Es kann also durchaus sein, dass die Koordinierungsstelle dem Einsatzarzt in Neuruppin einen Patient aus der benachbarten Bereitschaftsdienstregion Prignitz vermittelt – weil er näher an Neuruppin als an Pritzwalk, dem Standort des Prignitzer Einsatzarztes, wohnt.

 

Der Einsatzarzt muss in diesem Fall den Patienten aus der Nachbar-Region übernehmen und bei medizinischer Notwendigkeit auch zum Hausbesuch fahren.

 

Durch die größeren Bereitschaftsdienstregionen betragen diese Strecken auch mal mehr als 30 Kilometer. Muss der Einsatzarzt die selber fahren?

Nein, dafür stehen in den Bereitschaftsdienstregionen vertraglich gebundene Fahrdienste zur Verfügung. Die Fahrer holen den Einsatzarzt am Dienststandort ab und bringen ihn zum Patienten. Nach dem Hausbesuch wird er zum Dienststandort zurückgefahren.

 

Alle Einsatzärzte müssen die Fahrdienste nutzen. Hausbesuchsfahrten mit dem eigenen PKW sind laut Bereitschaftsdienstordnung im Bereitschaftsdienst nicht möglich.

 

Die Fahrdienst-Unterstützung ist auf vielfachen Wunsch der Brandenburger Ärzte für den Bereitschaftsdienst organisiert worden. Viele Kollegen wollen die weiteren Strecken nicht mehr selbst fahren oder fühlen sich sicherer, wenn sie nachts nicht allein zu einem Hausbesuch müssen.

 

Während der Corona-Pandemie haben wir selbstverständlich unsere Fahrdienstleister aufgefordert, die geltenden Arbeitsschutz- und Hygieneregeln umzusetzen, um ihre Mitarbeiter und unsere Ärztinnen und Ärzte vor einer Infektion zu schützen. Sollten Sie Mängel oder Probleme feststellen, wenden Sie sich bitte an das KVBB-Bereitschaftsdienst-Management.

 

Die KVBB-Bereitschaftsdienstordnung finden Sie hier.

28.04.2021