Brandenburg impft gegen Corona

Niedergelassene in Impfzentren und Pflegeheimen im Einsatz

Die Erste: Ruth Heise hat mittlerweile auch ihre zweite Imfpung bekommen Foto: DRK Landesverband Brandenburg e.V.Brandenburg impft gegen das Coronavirus. Ein Tag nach Weihnachten war die 87-jährige Ruth Heise im DRK Seniorenpark in Großräschen die erste Brandenburgerin, die gegen COVID-19 geimpft wurde. Inzwischen sind im Land Brandenburg 49.548 Menschen das erste Mal geimpft, 1.123 bekamen schon die zweite Dosis (Stand 21. Januar).

 

Für die Umsetzung der Corona-Impfstrategie im Land ist das brandenburgische Gesundheitsministerium (MSGIV) zuständig. Als Kooperationspartner hat sich das Ministerium die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Landeskrankenhausgesellschaft ins Boot geholt.

 

Die KVBB wurde vom Land mit dem Aufbau der Impfzentren sowie der Terminvergabe über die 116117 beauftragt.  Sechs Impfzentren sind bisher im Januar brandenburgweit ans Netz gegangen (Stand Redaktionsschluss): Cottbus, Potsdam, Schönefeld, Elsterwerda, Frankfurt (Oder) und Oranienburg. Fünf weitere in Brandenburg an der Havel, Eberswalde, Prenzlau, Luckenwalde und Kyritz folgen bis zum 3. Februar.

 

Zu diesen elf Impfzentren sollen bis Ende Februar noch sieben weitere in der Verantwortung der Landkreise hinzukommen. Darauf haben sich die beteiligten Akteure auf einer Videokonferenz mit Ministerpräsident Dietmar Woidke und den kreisfreien Städten und Landkreisen am 13. Januar verständigt. Demnach soll möglichst bis Ende Februar in jedem Landkreis bzw. jeder kreisfreien Stadt eine entsprechende Einrichtung errichtet sein.

 

Neben den Impfzentren unterstützen insbesondere die Brandenburger Hausärzte die mobilen Impfteams. Diese sollen in die 345 stationären Pflegeeinrichtungen des Landes fahren und dort die Bewohner und Mitarbeiter impfen. Dabei kümmert sich das DRK um die Terminkoordination und den Impfstofftransport. Die jeweils betreuenden Heimärzte führen vor Ort die Impfung durch. Darüber hinaus soll es mobile Impfteams geben, die den Impfzentren zugeordnet sind. Mitte Januar waren bereits 23 mobile Impfteams in Brandenburg unterwegs, Anfang Februar sollen es laut Landesgesundheitsministerium 33 sein.

 

Geimpft wird darüber hinaus auch in den märkischen Krankenhäusern. Mit Stand 11. Januar hatten 74 Krankenhäuser und Rehakliniken Impfungen für ihre Mitarbeiter organisiert. Bis Ende Februar sollen 30.000 Klinik-Beschäftigte die erste und zweite Impfung erhalten, heißt es aus dem Brandenburger Gesundheitsministerium.

 

Knappes Gut Impfstoff
Impfen Potsdam Foto: DRK Landesverband Brandenburg e.V.Aufgrund der anfangs begrenzten Verfügbarkeit des Impfstoffs wurde in der Coronavirus-Impfverordnung des Bundes eine Reihenfolge der zu impfenden Personen festgelegt, die vom Land Brandenburg umgesetzt wird. Danach werden mit der höchsten Priorität folgende Menschen zuerst geimpft:

  • Personen im Alter von 80 Jahren und älter
  • Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen sowie das dortige Personal
  • Personal in der ambulanten Altenpflege
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko zum Beispiel bei Rettungsdiensten, in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19-Patientinnen und -Patienten, als Leistungserbringer in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung sowie in den Corona-Impfzentren
  • Personal, das in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandelt, betreut oder pflegt, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht, insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin

In Brandenburg zählen zu diesen Personengruppen der höchsten Priorität insgesamt rund 280.000 Menschen. Das Land Brandenburg hat laut Landesgesundheitsministerium bisher insgesamt 58.500 Impfstoffdosen von BioNTech und Pfizer (Stand 11. Januar) tatsächlich erhalten. Bis zum 16. Februar sollen es laut Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) insgesamt 156.000 Impfstoffdosen von BioNTech und Pfizer sein. So die Theorie: Am 15. Januar musste das BMG jedoch mitteilen, dass es aufgrund von Umbauten an einem Pfizer-Werk in Belgien in den nächsten Wochen zu unvollständigen Impfstoff-Lieferungen kommen werde. Gesundheitsministerin Nonnemacher rechnet deshalb mit 25 Prozent weniger BioNTech/Pfizer-Serum für Brandenburg. Die ersten 2.400 Impfstoffdosen von Moderna hat Brandenburg am 12. Januar bekommen. Laut BMG-Ankündigung sollen es bis Mitte Februar insgesamt 12.000 Moderna-Dosen sein.

 

Holper-Start für die Terminvermittlung
Heiß ersehnt: Der erste Impfstoff traf am 27. Dezember 2020 in Brandenburg ein: DRK Landesverband Brandenburg e.V.Termine für die Impfzentren werden über die 116117 vergeben – je nach Standort und Verfügbarkeit von Impfstoffen. Die Nachfrage ist groß. Allein in der ersten Januar-Woche wurden 16.146 Brandenburgern Termine für die Erst- und Zweitimpfung und somit über 32.000 Termine insgesamt vermittelt. Die ersten Impfzentren in Cottbus, Potsdam, und Schönefeld waren schnell ausgebucht.

 

Das enorme Anrufaufkommen war auch der Grund dafür, dass die Leitungen in den ersten Tagen leider öfter zusammenbrachen und die Nummer zeitweise auch gar nicht mehr erreichbar war. Anrufer machten über die Medien ihrem Ärger Luft, weil sie trotz zahlreicher Versuche die Hotline nicht erreicht haben.

 

Inzwischen wurden auf Bundesebene die Leitungskapazitäten bereits deutlich erhöht, und sie werden auch weiter ausgebaut. Allerdings müssen Anrufer immer noch Geduld mitbringen.

 

Auch die KVBB arbeitet intensiv daran, die Call Center-Kapazitäten weiter auszubauen. 150 zusätzliche Call Center-Plätze waren für die Terminvergabe eingeplant worden. Dies war eine Empfehlung der spezialisierten externen Partner, die die KVBB beim Aufbau der Call Center unterstützen.

 

In der Metropolishalle Potsdam wird seit 5. Januar geimpft Foto: DRK Landesverband Brandenburg e.V.Die Kapazitäten werden von uns weiter ausgebaut. Aufgrund der beratungsintensiven Thematik ist dies nur mit intensiven Schulungen der Call Center-Mitarbeiter möglich. Der Ausbau muss daher schrittweise erfolgen.

 

Daneben zeigen die Auswertungen des bisherigen Anrufverhaltens, dass die Anrufer besser gesteuert werden müssen. Am ersten Tag konnte nur mit 40 Prozent der Anrufer ein Termin vereinbart werden. Die übrigen 60 Prozent erfüllten entweder nicht die Voraussetzungen oder hatten lediglich Fragen. Zwischenzeitlich wurde eine Terminquote von über 90 Prozent erreicht, die dann jedoch aufgrund von Imfpstoffengpässen wieder gesunken ist. Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher kündigte an, das Anrufverhalten über Briefe an die Bürgerinnen und Bürger besser steuern zu wollen.

 

 

26.01.2021