Digitale Hilfe für die Ersteinschätzung

KVBB testet neue Software in Koordinierungsstelle und Bereitschaftspraxis Bernau

Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) testet ab 1. April eine neue Software zur medizinischen Ersteinschätzung in ihrer Koordinierungsstelle 116117 sowie in der ärztlichen Bereitschaftspraxis Bernau. SmED steht für „Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland“ und soll den Anwendern helfen, den Versorgungsbedarf der Patienten schnell und adäquat einzuschätzen. Die Erprobung erfolgt im Rahmen des bundesweiten Innovationsfonds-Projektes DEMAND zunächst für ein Jahr.

 

„SmED wird das medizinische Fachpersonal der Koordinierungsstelle sowie der Bereitschaftspraxis bei der systematischen Abfrage von Symptomen, Krankheitsbildern, Vorerkrankungen und Risikofaktoren unterstützen“, erläutert die KVBB-Projektleiterin Uta Ripperger. Die Antworten der Patienten werden direkt im Programm dokumentiert und die Informationen von dem hinterlegten Algorithmus verarbeitet. Am Ende steht eine Entscheidungsgrundlage zur Dringlichkeit sowie zum Ort der Versorgung.

 

Es sind allerdings auch „Abkürzungen“ einprogrammiert. Erkennt SmED während der Abfrage anhand der eingegebenen Informationen einen bedrohlichen Zustand, erscheint sofort ein großer roter Warnhinweis „Notfall“. Die Mitarbeiter in der KVBBKoordinierungsstelle können dann zum Beispiel direkt die Rettungskette auslösen.

 

„SmED ist eine Entscheidungshilfe für die Mitarbeiter unserer Koordinierungsstelle 116117 und in der ärztlichen Bereitschaftspraxis“, sagt Frau Ripperger. Ob der Patient ein Fall für die ärztliche Bereitschaftspraxis, den Einsatzarzt, der die Patienten telefonisch konsultiert oder zum Hausbesuch fährt, den Fach- oder Hausarzt am nächsten Werktag oder die Rettungsstelle ist, entscheiden letzten Endes immer noch die medizinisch geschulten KVBB-Disponenten und das medizinische Fachpersonal in der ärztlichen Bereitschaftspraxis Bernau.

 

Um die künftigen Nutzer für den Umgang mit SmED fit zu machen, hat die KVBB Anwender-Schulungen in Bernau und Potsdam durchgeführt.

 

 

Hintergrund:
Der Test von SmED in Brandenburg ist Teil des bundesweiten Innovationsfonds- Projektes „DEMAND – Implementierung einer standardisierten Ersteinschätzung als Basis eines Demand Managements in der ambulanten Notfallversorgung“. Ziel des Projektes ist es, die Patienten mit nicht lebensbedrohlichen Behandlungsanlässen zielgerichtet indikationsbezogen in die ambulante Versorgung zu steuern. Neben der KVBB beteiligen sich zehn weitere Kassenärztliche Vereinigungen an der Studie zu SmED. Der Einsatz der Software wird im Rahmen des Projektes wissenschaftlich evaluiert und von einem medizinischen Beirat fortlaufend weiterentwickelt, sodass eine bundesweite Einführung und Nutzung erfolgen kann.

 

Weitere Informationen rund um SmED finden Sie unter: www.hcqs.de

 

 

Das kann SmED
  • Schnelle Identifizierung gefährlicher Krankheitsverläufe
  • Schnelle Identifizierung gefährlicher Krankheitsverläufe mit hoher Behandlungsdringlichkeit
  • Zuweisung der Behandlungsanlässe in die zutreffende Versorgungsebene
  • Einfache Dokumentation/Erstellung von Übergabeprotokollen
Die Vorteile
  • Handlungssicherheit durch strukturierte Abfrage und Dokumentation
  • hohe Patientensicherheit
  • einheitlicher Standard
  • Qualitätssicherung durch evidenzbasierte, transparente und strukturierte Vorgehensweise
  • führt zu effizienterer Ressourcennutzung in der Akut- und Notfallversorgung

 

 

21.03.2019