Digitaler Kodierhelfer für die Praxen: Der Kodier-Check

Ab Januar 2022 erhalten Praxen eine digitale Kodierunterstützung, die ihnen beim Verschlüsseln von Diagnosen hilft. Diese wird direkt in das Praxisverwaltungssystem (PVS) eingebunden. Neue Regeln oder Vorgaben kommen damit nicht: Basis bleibt nach wie vor die ICD-10-GM.

 

Eine wichtige neue Funktion dieses digitalen Angebots ist der Kodier-Check zur Plausibilisierung gewählter Diagnosekodes mit Hinweisen und Korrekturvorschlägen auf Basis der ICD-10-GM. Der Kodier-Check ist zunächst für vier Diagnosebereiche mit hohen Fallzahlen und komplexen Kodierungen verfügbar: Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes mellitus und Bluthochdruckfolgen.

 

Funktion des Kodier-Checks

  • Sie geben einen Kode aus den vier Diagnosebereichen ein.
  • Ein Kodierregelwerk startet im Hintergrund mit der Prüfung.
  • Passt etwas nicht, meldet es sich und gibt beispielsweise den Hinweis, dass ein spezifischerer ICD-10-GM-Kode vorhanden ist und bietet diesen direkt zur Auswahl an.
  • Mit nur einem Klick können Sie den Kode annehmen oder ablehnen. Soll der Hinweis bei diesem Fall im selben Quartal nicht noch einmal angezeigt werden, kann er deaktiviert werden. Ihre ärztliche Entscheidung hat oberste Priorität.

Achtung: Die Software ist so eingestellt, dass der Kodier-Check direkt bei der Kodierung läuft. Möchten Sie das nicht, können Sie die Einstellung so ändern, dass eine Überprüfung erst bei der Abrechnung erfolgt. Sie erhalten dann eine Übersicht aller Behandlungsfälle und der entsprechenden Kodier-Hinweise. Die Fälle können Sie einzeln bearbeiten.

 

Inhalte und Funktionen der Kodierunterstützung wurden von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) genau festgelegt. Die konkrete Implementierung in das jeweilige PVS obliegt den Herstellern. Sie kann in Funktionalität und Darstellung von System zu System variieren. Eine individuelle Ausgestaltung ist erforderlich und sinnvoll, damit sich die Inhalte der Kodierunterstützung optimal in den Work-Flow der jeweiligen Software integrieren können. Aktuell laufen die Umsetzung in den PVS und das Zertifizierungsverfahren.

 

Ausführliche Informationen rund ums Kodieren und die digitale Kodierunterstützung finden Sie auf der Website der KBV.

 

Die Fortentwicklung der ambulanten Vergütung orientiert sich an der Morbidität der Versicherten. Es ist daher wichtig, die tatsächliche Morbidität der Versicherten durch eine sachgerechte Kodierung abzubilden.

 

 

Neue Broschüre zur Kodierunterstützung

Eine neue Info-Broschüre „Kodierunterstützung: Direkt und digital – so hilft die Praxissoftware bei der Diagnosenverschlüsselung“ hat die KBV herausgegeben.

Auf 16 Seiten werden in dem Heft alle Funktionen der Kodierunterstützung vorgestellt – von der Kodesuche bis zu den Dauerdiagnosen. Dazu gibt es jeweils konkrete Anwendungsbeispiele. Abgerundet wird das Serviceangebot durch Kodierbeispiele für die vier Diagnosenbereiche des Kodier-Checks.

Die Broschüre aus der Reihe PraxisWissen kann kostenfrei auf der
 KBV-Website bestellt oder heruntergeladen werden:

 

 

 

 

 

 

01.12.2021