Hygienezuschlag für Praxen ab Januar

Alle Haus- und Fachärzte erhalten ab 1. Januar 2022 bei direktem Patientenkontakt einen Hygienezuschlag. Das hat der Erweiterte Bewertungsausschuss am 17. November gegen die Stimmen der Krankenkassen entschieden. Diese müssen dafür im kommenden Jahr 98 Mio. Euro bereitstellen. Gefordert hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) 246 Mio. Euro auf Basis der Kosten von 2018. Nichtberücksichtigt in dieser Forderungen sind die Corona-bedingten Mehrkosten.

Pro Praxis ergibt sich demnach ein Zuschlag von zwei Punkten (rund 22,5 Cent), der zu jeder Grund-, Versicherten- und Konsiliarpauschale gezahlt wird. Damit sollen die gestiegenen allgemeinen Hygienekosten berücksichtigt werden. Der Zuschlag ist für alle Fachgruppen gleich und wird von der KV Brandenburg zugesetzt. Ausgenommen vom Zuschlag sind Fälle, die ausschließlich per Videokontakt stattfinden.

Von einem Schritt in die richtige Richtung sprach der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen. Die Zuschläge deckten zumindest in Teilen die allgemeinen Hygiene-Mehrkosten ab. Über die Hygienekosten bei speziellen Leistungen, etwa ambulante Operationen, Dialysen oder Endoskopien, werde separat verhandelt.

Die KBV fordert seit Jahren eine kostendeckende Finanzierung der zusätzlichen Hygienemaßnahmen in den Praxen, die unter anderem aus dem Infektionsschutzgesetz und den Landeshygieneverordnungen resultieren.

21.12.2021