Personalmangel infolge von COVID-19? - Neue RKI-Empfehlungen für Praxen

Praxen stehen aktuell auch beim Personaleinsatz vor großen Herausforderungen. Einzelne Mitarbeitende müssen eventuell in Quarantäne, gleichzeitig wird jede Arbeitskraft benötigt. Neue Empfehlungen des Robert Koch-Institutes sollen in diesem Spannungsfeld beim Personalmanagement helfen – und sehen mehr Flexibilität vor.

 

Um sowohl den Infektionsschutz durch einen adäquaten Umgang mit Kontaktpersonen weiterhin zu gewährleisten als auch die medizinische Versorgung bei einem möglichen Personalmangel zu sichern, hat das RKI Handlungsoptionen für solche Situationen eröffnet.

 

Diese Hinweise gelten im Fall eines relevanten Personalmangels, also wenn die adäquate Versorgung der Patienten nicht mehr gewährleistet werden kann. Deren Anwendung sollte möglichst gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und unter Berücksichtigung der angestrebten Schutzziele vorgenommen werden.

 

Handlungsoptionen des RKI für den weiteren Einsatz des Personals

Die Hinweise des RKI kommen bei Personalmangel insbesondere unter folgenden Umständen in Frage:

  • Exposition: Kategorie 1a

Medizinisches Personal mit hohem Expositionsrisiko, zum Beispiel ungeschützte relevante Exposition zu Sekreten, Exposition gegenüber Aerosolen von COVID-19-Fällen (z.B. im Rahmen von Bronchoskopie)

  • Exposition: Kategorie 1b

Medizinisches Personal mit begrenztem Expositionsrisiko, zum Beispiel medizinisches Personal mit Kontakt unter 2 Metern zu COVID-19-Fällen ohne Schutzausrüstung, ≥15 Minuten face-to-face Kontakt (ohne Exposition wie unter Ia beschrieben); grundsätzlich gilt: je länger und enger der Kontakt, desto höher das Risiko.

  • Medizinisches Personal mit Erkältungssymptomen
  • SARS-CoV-2-positives medizinisches Personal

Exponiertes medizinisches Personal kann demnach bei Personalmangel unter Beachtung der hygienischen Voraussetzungen weiterarbeiten:

  • bei der Konstellation Ia nach 7-tägiger häuslicher Absonderung und Symptomfreiheit (mit Mund-Nasen-Schutz)
  • bei der Konstellation Ib bei Symptomfreiheit (mit Mund-Nasen-Schutz)

Besonders zwei Prinzipien sind bei Einsatz medizinischen Personals unter den dargestellten Fallkonstellationen besonders zu beachten:

  • Medizinisches Personal mit Krankheitssymptomen muss umgehend getestet werden
  • Positiv getestetes medizinisches Personal darf nur in absoluten Ausnahmefällen weiterarbeiten und darf dann ausschließlich COVID-19-Patienten versorgen. Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Versorgung von Nicht-COVID-19-Patienten ist Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden und 2 negative SARS-CoV-2-Tests im Abstand von 24 Stunden.

Die detaillierten Handlungsoptionen des RKI für den weiteren Einsatz des Personals bei diesen Konstellationen finden sich hier.

 

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Text: Praxisnachrichten der KBV

 

 

25.03.2020