Praxen stemmen Corona-Tests fast im Alleingang

Zi wertete Abrechnungsdaten aus dem ersten Quartal aus

Für Patienten, die einen Corona-Test brauchten, waren die Vertragsarztpraxen während der ersten Pandemiewelle im Frühjahr der wichtigste Anlaufpunkt. So haben ambulant tätige Haus- und Fachärzte im ersten Quartal 2020 fast 94 Prozent aller PCR-Tests zur Verdachtsabklärung einer möglichen COVID-19-Infektion durchgeführt. Nur gut sechs Prozent aller ambulanten Tests wurden von den Notaufnahmen der Krankenhäuser gegenüber den Kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet. Das teilte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) Anfang November mit.

 

Mit Blick auf diese Zahlen warnte Zi-Chef Dr. Dominik von Stillfried davor,die Leistungen des „ambulantenSchutzwalls“ zu vernachlässigen oderzu schmälern. Neun von zehn Corona-Patienten seien ambulant versorgt worden. Dies habe – anders als in vielen Ländern – eine schnelle Überlastung der Kliniken verhindert.

 

Rund 25 Stunden pro Woche wendeten die Niedergelassenen für pandemiebezogene Aufgaben pro Woche auf. Das hat das Zi in einer gemeinsamen Umfrage mit der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin ermittelt. Acht Stunden schlugen allein davon für die Beantwortung telefonischer Anfragen rund um COVID-19 zu Buche. Zehn Stunden entfielen auf die Tests und die notwendigen Dateneingaben. Für die Kommunikation mit Gesundheitsämtern, die Beratung und das Monitoring positiv  getesteter Patienten wurdenknapp drei Stunden gebraucht.

 

„Auch wenn in den Praxen keine Patienten beatmet werden, so zeigen diese Zahlen deutlich, dass aus der Vertragsärzteschaft ein zentraler Beitrag zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie geleistet wird“, betonte Dr. von Stillfried.

23.11.2020