Arzneimittelkosten für März 2020 stark angestiegen

AOK mahnt zu mehr Zurückhaltung bei Folgeverordnungen

Die AOK Nordost teilte der KVBB mit, dass die Kosten der GKV für Arzneimittel im März um ca. 25 Prozent gestiegen sind. Der Trend zeigt sich bundesweit. Vor allem geimpft wurde offenbar überdurchschnittlich viel in dieser Hochphase der Corona-Pandemie.

 

Für die AOK Nordost sei dafür in Brandenburg jedoch ausschlaggebend, dass die verordneten Packungen von Arzneimitteln in der Zahl stark angestiegen seien. Die AOK Nordost schlussfolgert, dass dies auch eine Reaktion auf die Forderung der Patienten sei, sich einen „Vorrat“ in der Pandemiezeit anzulegen, für den Fall, dass es zu Lieferengpässen kommen würde. Dies sei allerdings schon vor dem Hintergrund der Haltbarkeit von Arzneimitteln kritisch zu bewerten.

 

Als KVBB haben wir der AOK Nordost versichert, dass die Brandenburger Vertragsärzte selbstverständlich solche Anfragen kritisch prüfen und bei den jetzt anstehenden Folgeverordnungen für die Patienten einen möglichen noch vorhandenen „Vorrat“ im Blick haben. Verordnungen erfolgen schon wegen des Wirtschaftlichkeitsgebotes, dem alle Mitglieder unterliegen, immer mit Augenmaß.

 

Sowohl die völlig geänderte Inanspruchnahme vertragsärztlicher Versorgung durch die Patienten als auch sich ständig ändernde rechtliche Rahmenbedingungen bei der Versorgung der Versicherten führen zu der Frage, ob Mechanismen, die für „normale“ Zeiten vertragsärztlicher Versorgung entwickelt wurden, uneingeschränkt Anwendung finden können. Zum Beispiel würden Richtwerteüberschreitungen mit anschließendem Prüfverfahren die Vertragsärzteschaft in unnötiger Weise zusätzlich belasten. Ähnliches gilt für die Abrechnungsprüfung. Wir wollen daher mit den Krankenkassen im Land Brandenburg vereinbaren, dass der besonderen Situation seit Beginn der Pandemie im Rahmen der Prüfverfahren selbstverständlich unter Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen Rechnung getragen wird.

 

Hier erwarten wir ein deutliches Signal der Krankenkassen an die ambulante Ärzteschaft, die in kritischen Zeiten die Versorgung der Patienten aufrechterhält!

 

 

28.07.2020