Grundsätze der Heilmittelverordnung

Mit der neuen Heilmittel-Richtlinie  lösen einfachere Vorgaben die komplizierte Regelfallsystematik ab.

 

Außerdem wird der Heilmittelkatalog überschaubarer, da innerhalb der Diagnosegruppen nicht mehr nach der prognostischen Dauer des Behandlungsbedarfes unterschieden wird.

 

Systematik

  • Systematisch sind drei Begriffe wichtig:
    • der Verordnungsfall,
    • die orientierende Behandlungsmenge,
    • das Verordnungsdatum.
  • Bezugsgröße ist ab Januar nicht mehr der Regelfall, sondern der Verordnungsfall. Er bezieht sich auf den verordnenden Arzt, die Erkrankung seines Patienten und das Verordnungsdatum.
  • Ein Verordnungsfall endet sechs Monate nach dem Verordnungsdatum – sofern der Arzt in dieser Zeit keine weitere Verordnung aufgrund derselben Erkrankungen für denselben Patienten ausstellt.
  • Für jede Diagnosegruppe ist im Heilmittelkatalog eine sogenannte orientierende Behandlungsmenge angegeben. Mit ihr soll das Behandlungsziel erreicht werden. Sofern medizinisch notwendig, können Ärzte weitere Verordnungen ausstellen. Eine Begründung ist nicht mehr auf der Verordnung notwendig, sondern nur noch in der Patientenakte zu dokumentieren.
  • Wie bisher gibt es für jede Verordnung Höchstmengen. Diese dürfen Ärzte nur in Ausnahmefällen überschreiten – etwa bei einem langfristigen Heilmittelbedarf oder bei einem besonderen Verordnungsbedarf
  • Auf der Verordnung können mehrere Leitsymptomatiken angegeben und bis zu drei vorrangige Heilmittel zugleich verordnet werden.
  • Besteht kein dringlicher Behandlungsbedarf, behält die Verordnung nun ihre Gültigkeit 28 Tage lang. Allerdings können Ärzte die Verordnung als dringlich markieren.  Dann muss die Behandlung ihres Patienten innerhalb von 14 Tagen begonnen werden.
  • Das neue Formular 13 wird zur Verordnung sämtlicher Heilmittel eingesetzt.