conhIT: Eine tolle Messe mit vielen praktischen Anregungen

Aktuell im Gespräch mit Holger Rostek,Leiter des Unternehmensbereiches IT der KV Brandenburg

Ende April fand in Berlin die conhIT statt und stieß auf reges Interesse. Worum ging es dabei?

Die conhIT ist Europas größter Branchentreff für Informationstechnologien im Gesundheitswesen. Neben der eigentlichen Messe fand ein umfangreiches Kongress- und Fortbildungsprogramm statt. Alle namhaften Hersteller und Einrichtungen, die sich mit IT im Gesundheitswesen beschäftigen, waren vertreten. Die conhIT ist im Vergleich zur CEBIT in Hannover oder medica in Düsseldorf eine kleinere, aber feine und hochkarätig besetzte Veranstaltung.

 

Die KV Brandenburg hat dabei einen ganz aktiven Part gespielt …

Ja, als Dienstleister und Vertreter für die brandenburgischen Ärzte unterstützen wir sie intensiv beim Einsatz von IT in der Arztpraxis. Auf der conhIT boten wir einen Workshop zum Thema „Online-Dienste für die Arztpraxis, wie geht’s richtig, und was bringt es mir?“ sowie einen organisierten Messerundgang an.

 

Worauf muss sich der ambulant tätige Arzt IT-technisch in den kommenden Jahren einrichten?

In den Mittelpunkt rückt eindeutig das Thema Online-Kommunikation, seien es die elektronische Gesundheitskarte oder die vielen Onlinedienste, die wir als KVBB oder die Hersteller von Praxissoftware anbieten.

 

Immer wieder heiß und kontrovers diskutiert: die Datensicherheit. Gab es da auf der Messe neue Erkenntnisse?

Prinzipiell sind die technischen Verfahren ausgereift. Das betrifft verschlüsselte Verbindungen ebenso wie die Verschlüsslung von Daten.

 

Da höre ich ein Aber …

… ja, das Hauptproblem liegt darin, diese technischen Lösungen richtig einzusetzen und zu betreiben. So müssen zwingend beim Zugang zu Onlinediensten ein aktueller Virenschutz und eine aktuelle Firewall im Einsatz sein. Die Betonung liegt auf aktuell! Und: Die Daten müssen regelmäßig gesichert werden. Ich möchte auch noch einmal betonen: Jeglicher Datenaustausch darf nur verschlüsselt und gezielt stattfinden und nicht „mal eben so“ via USB-Stick.

 

Sie hatten es eingangs gesagt, erstmals gab es sehr direkten Kontakt zwischen den Softwareanbietern und den Ärzten. Ein Erfolgsrezept?

Ja, das gemeinsame Ziel der Softwareanbieter, der KVBB und den Ärzten ist ja eine sichere, praktikable und preisgünstige IT in der Arztpraxis. Durch den gemeinsamen Workshop auf der conhIT und unsere Workshops mit den lokalen Systembetreuern versuchen wir, gemeinsam solche Lösungen zu fördern und umzusetzten.

 

Welche Erkenntnisse nimmt der IT-Chef der KVBB mit von dieser Messe?

Es gibt viele neue Funktionalitäten für Arztpraxen, beispielsweise Online-Terminvergaben, elektronische Archivierung oder Spracherkennung. Alles Themen, die den Alltag in der Praxis erleichtern können. Jeder sollte sich jedoch zuerst fragen, ob die praktische Umsetzung solcher Funktionalitäten sich an den Bedürfnissen der Praxis ausrichtet. Hierbei helfen und unterstützen wir jeden Interessenten übrigens sehr gern!

 

Die KV Brandenburg beschreitet seit Jahren sehr erfolgreich einen eigenen Weg der Datenübermittlung über den sogenannten „DatenNerv“. Andererseits ist „KV SafeNet“ mit seinen erweiterten Angeboten immer wieder im Gespräch. Was raten Sie?

Die beiden Lösungen ergänzen sich sehr gut. Für das Hochladen – den „Upload“ - der Abrechnungsdatei und der eDMP-Daten bietet sich unser „DatenNerv“ als kostenlose Variante sehr gut an. Er funktioniert aber nur von einem einzelnen PC/Arbeitsplatz in der Arztpraxis. „KV SafeNet“ ist die passende Lösung, wenn Sie von mehreren Arbeitsplätzen Daten zu uns übermitteln wollen, also auch aus Ihrem Netzwerk heraus, weitere Onlinedienste (DALE-UV) nutzen möchten oder einen gesicherten Internetzugang aus Ihrer Arztpraxis heraus einrichten möchten.

 

Das klingt ziemlich kompliziert …

Deshalb beraten wir die Praxen sehr gern zu diesem Thema, um die Auswahl der besten Lösungen zu erleichtern.

 

15.05.2012