Ein kleiner Schritt Richtung normales Leben

Elf Brandenburger Impfzentren sind am Netz. Manja Wolf war für die KVBB als Teilprojektleiterin für deren Aufbau und Organisation zuständig. „KV-Intern“ sprach mit ihr über ihre Erfahrungen.

Wie macht man aus einer leeren Sport- bzw. Veranstaltungshalle ein Impfzentrum?
Mit einem guten Plan. Wir haben ein Grundkonzept erarbeitet, wie unsere Impfzentren aussehen sollen: sechs Registrierplätze, sechs Impfkabinen, ein großzügiger Warte- und Nachbeobachtungsbereich mit Stühlen, aber auch Liegeplätzen, Personalund Lagerbereiche und natürlich ausreichend Platz, um den Abstand wahren zu können. Dieses Grundmuster war neben einer Checkliste für den Ausstattungsbedarf der Bau- bzw. Raumplan für alle Impfzentren. Sobald der konkrete Standort eines Impfzentrums feststand, musste er „nur“ noch z. B. im Flughafen Schönefeld oder im Brandenburger Stahlpalast umgesetzt werden.

 

Was war dabei die größte Herausforderung?
Die kurze Zeit. Vor Ort galt es, alle Partner, die beim Aufbau und bei der Einrichtung der Impfzentren geholfen haben, unter einen Hut zu bringen und die Arbeiten so zu koordinieren, dass die Abläufe reibungslos und hintereinander weg laufen – und dies alles innerhalb nur weniger Wochen. Ich war froh, dass wir dafür die Unterstützung der Eventmanagement- Agentur Production Office hatten.

 

Wie hat die Zusammenarbeit mit den Partnern vor Ort geklappt?
Im Großen und Ganzen sehr gut. Natürlich hat es auch mal gehakt, aber das bleibt bei der Vielzahl der verschiedenen Helfer nicht aus. Neben DRK, Johannitern und anderen Hilfsorganisationen waren u. a. auch Messebauer, Techniker für Stromund Netzwerkanschlüsse und viele weitere helfende Hände beim Aufbau am Start. Es war ja auch nicht damit getan, nur das Mobiliar aufzustellen. Strom, Notstromversorgung, Lüftung und Heizung müssen funktionieren, es braucht Wegeleitsysteme, die Müllentsorgung und Reinigung müssen geklärt sein, manchmal galt es, einen Fußboden neu zu verlegen, um den Turnhallenboden zu schonen.

 

Waren auch Kollegen der KV involviert?
Ja natürlich. Für den Aufbau und Betrieb der Impfzentren braucht es alle Bereiche der KVBB. Das ging los mit der IT, die u. a. die Computer vorbereitet und vor Ort installiert hat. Die  Innere Verwaltung stattet die Zentren mit allen nötigen Verbrauchsmaterialien aus. Die Planung der Impf-Dienste läuft über unser Bereitschaftsdienstmanagement, die Impf-Terminvergabe koordiniert der UB4. Die Einweisung der Mitarbeiter und Helfer vor Ort durch das Starterteam sowie die Abrechnung der Praxis-Impfteams laufen ebenfalls über uns.

 

Was hat Ihnen besonders Spaß gemacht, was besonders geärgert?
Auch wenn es eine Herausforderung war, hat es gleichzeitig sehr viel Freude gemacht, mit so vielen verschiedenen Partner zusammenzuarbeiten. Uns hat ein gemeinsames sinnstiftendes Ziel geeint: Wir bauen ein gutes Impfzentrum auf und gehen damit einen ersten kleinen Schritt zurück in ein normales Leben. Und dieses Wissen hat den Ärger, den es hier und da auch gab, schnell in den Hintergrund gerückt.

 

Gefragt und notiert von Ute Menzel

 

 

22.02.2021