„Ich hoffe auf viele Kandidatinnen und Kandidaten“

Aktuell im Gespräch mit dem Landeswahlleiter der KVBB,Dr. med. Ralph Schürer

Herr Dr. Schürer, Sie sind neuer Landeswahlleiter der KV Brandenburg. Was sind Ihre Aufgaben?

Zum Glück bin ich nicht allein, sondern werde von Kolleginnen und Kollegen im Landeswahlausschuss und den Wahlausschüssen sowie der Geschäftsstelle im KVBB-Justitiariat unterstützt. Unsere Aufgabe ist es, für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Wahlen zur Vertreterversammlung und zu den Regionalbeiräten zu sorgen. Das beginnt zum Beispiel damit, dass wir den Zeitplan für die Wahl bestimmen. Wir stellen außerdem fest, welche Ärzte und Psychotherapeuten wahlberechtigt sind bzw. sich zur Wahl stellen dürfen. Und nicht zuletzt haben wir den spannendsten Job: Wir ermitteln das Wahlergebnis und geben dieses bekannt.

 

Das klingt nach einer verantwortungsvollen Tätigkeit.

Der großen Verantwortung bin ich mir sehr bewusst. Mit den Wahlen entscheiden die ambulant tätigen Kolleginnen und Kollegen, in welche Richtung sich unsere Selbstverwaltung – und somit auch die berufspolitische Ausrichtung der kassenärztlich tätigen Kolleginnen und Kollegen – in den kommenden Jahren entwickeln wird. Ich hoffe auf viele Kandidatinnen und Kandidaten und eine hohe Wahlbeteiligung. Denn unsere Selbstverwaltung lebt vom Engagement. Die Aufgabe als Landeswahlleiter ist daher auch eine große Ehre für mich.

 

Eine Ehre, die vermutlich auch mit viel Stress in den kommenden Wochen verbunden ist?

Ganz ohne Arbeit geht es natürlich nicht. Die Wahlen und besonders die Auszählung der Briefwahlstimmen werden jedoch erstmals von einem Dienstleister und einem Online-Wahlsystem unterstützt. Der Partner hat umfassende Erfahrungen aus Wahlen anderer KVen, und viele Arbeitsschritte, die früher händisch erfolgen mussten, werden nun ersetzt durch überwachte elektronische Abläufe.

 

Welche Besonderheiten erwarten Sie bei dieser Wahl?

Die ambulante Versorgung befindet sich im Umbruch, der sich in den kommenden Jahren noch fortsetzen wird. Immer mehr Kolleginnen und Kollegen wollen als Angestellte ambulant arbeiten und die Aufgabenfelder werden heterogener. Dieser Umbruch wird sich hoffentlich auch in der VV und den Regionalbeiräten widerspiegeln, so dass die Gremien ein gutes Spiegelbild der ambulanten Versorgungslandschaft werden und die unterschiedlichen Interessen Eingang in unseren berufspolitischen Diskurs finden.

 

Leidet unter einer solchen Heterogenität nicht die berufspolitische Schlagkraft?

Nein, schließlich verfolgen wir alle dasselbe Ziel: die bestmöglichen Rahmenbedingungen für unsere ambulante Tätigkeit. Zudem findet ein echter Diskurs nicht in homogenen Gruppen statt. Wir brauchen offene, ehrliche und durchaus kontroverse Diskussionen darüber, wie wir das gemeinsame Ziel am besten erreichen können.

 

Herr Dr. Schürer, vielen Dank für das Gespräch.

28.06.2022