Neue Wege in der Medizin des alten Menschen gehen

Aktuell im Gespräch mit Dr. Reinhold Schrambke, Arzt im KV RegioMed Zentrum Templin

Sie werden die ärztliche Leitung des KV RegioMed Zentrums Templin übernehmen. Was sind Ihre Aufgaben?

Jetzt am Anfang ist es wichtig, den Katalog der Behandlungsindikationen zu aktualisieren, die Verbindung zur stationären Geriatrie im Templiner Krankenhaus aufrecht zu erhalten und ein abgestimmtes, einheitliches Vorgehen zu garantieren. Wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit wird die Vorbereitung und Leitung der Fallkonferenzen aller im KV RegioMed Zentrum tätigen Ärzte sowie der Physiotherapie, Ergotherapie und Sprachtherapie sein. Die Ergebnisse gilt es im Nachgang natürlich auch umzusetzen. Mittelfristig wollen wir den Aufbau eines regionalen Netzwerkes unter Einbezug aller lokalen Akteure vorantreiben.

 

Was hat Sie an dieser neuen Stellung gereizt?

Die Möglichkeit, eine völlig neue Aufgabe zu übernehmen, in die meine Berufs- und Lebenserfahrung einfließen kann. Ich bin fest davon überzeugt, dass geriatrische ambulante Versorgung in Zukunft nur mit neuen Strukturen zu bewältigen ist. Neue Versorgungskonzepte zu entwickeln, Möglichkeiten zu erschließen und neue Wege in der Medizin des alten Menschen aufzuzeigen und rasch in der Praxis umzusetzen – das sind die spannenden Herausforderungen für mich.

 

Sie wollen in Templin auch eine altersmedizinische Sprechstunde abhalten. Können Sie uns dazu schon Details verraten?

Die Sprechstunde Altersmedizin startet Mitte August. Sie ist offen für die Menschen der gesamten Region. Zum Angebot gehören unter anderem die Beratung von Patienten mit komplexem Betreuungsbedarf, spezielle Assessmenterhebungen zur Formulierung von multimodalen Therapiezielen oder auch die Beurteilung von Tauglichkeiten. Zudem möchten wir nicht nur betroffene Patienten, sondern auch deren Angehörige unterstützen, etwa mit speziellen Beratungen.

 

Das KV Regio Med Zentrum in Templin ist seit einigen Monaten in Betrieb. Wie wird es von den Patienten angenommen?

Eins vielleicht vorab: Das KV Regio Med Zentrum befindet sich immer noch in der Pilotphase. Bisher wurden uns über 80 Patienten von den niedergelassenen Kollegen zugewiesen, die jeweils für drei Wochen von einem therapeutischen Team betreut wurden. Sie erhielten – wohnortnah – Heilmittelanwendungen wie Physiotherapie, Ergotherapie, Sprachtherapie und Hirnleistungstraining. Alle konnten damit eine stationäre Behandlung umgehen.

 

Dahinter steckt bestimmt auch eine ganze Menge an Koordination und Organisation? 

Auf jeden Fall. Die übernimmt unsere speziell ausgebildete agnes zwei-Fachkraft Anke Bruschke. Sie koordiniert die Termine, kümmert sich darum, dass der Patient zur Behandlung gelangt und ist Ansprechpartnerin für Ärzte, Patienten, Therapeuten und Angehörige.

 

Und was sagen Ihre niedergelassenen Kollegen in der Region zum KV Regio Med Zentrum?Verständlicherweise gibt es noch unterschiedliche Einstellungen: Einige Kollegen arbeiten schon sehr kooperativ und aktiv mit, andere bedürfen offensichtlich noch weiterer Informationen und die engeren Einbindung in das Projekt. Eine dritte Gruppe schließlich möchte die Pilotphase beendet sehen und wünscht sich die baldige Überführung in die Regelversorgung.

 

Herr Dr. Schrambke, vielen Dank für das Gespräch.


Die Fragen stellte Ute Menzel

 

 

27.08.2014