Rollout für „agnes zwei“ beginnt 2012

Aktuell im Gespräch mit Lutz Freiberg, Leiter des Unternehmensbereiches Verträge, Forschung und Entwicklung

Es ist soweit: Die Pilotphase für das Modell „agnes zwei“ läuft aus, und der Rollout ist geplant.

Ja, wir wollen im nächsten Jahr den Einsatz der Fallmanagerin „agnes zwei“ über die Pilotprojekte hinaus flächendeckend in Brandenburg möglich machen.

Das heißt, sie haben sich bewährt?

Auch darauf ein klares Ja. Gemeinsam mit der AOK und BARMER GEK hat die KVBB ja die Idee einer Fallmanagerin, die sowohl in einer Haus- als auch einer Facharztpraxis oder in kooperativen Strukturen zum Einsatz kommen, und den Arzt unterstützen soll, entwickelt. In insgesamt sechs Pilotprojekten, die nacheinander „in Gang“ kamen, haben wir getestet, welche Aufgaben im Detail wahrgenommen werden müssen und haben daraus abgeleitet jetzt ein konkretes Schulungsprogramm konzipiert.

Bitte sagen Sie noch kurz ein paar Worte dazu, was AGnES und „agnes zwei“ voneinander unterscheidet.

„agnes zwei“ ist vorrangig die Fallmanagerin – anders als AGnES, die nichtärztliche Praxisassistentin. “Agnes zwei” koordiniert Behandlungstermine, hilft den Patienten beim Ausfüllen von Formularen undAnträgen, knüpft Verbindungen zu den Versorgungsträgern, kümmert sich um Rehaanträge und Entlassungsmanagement – also um all jeneDinge, die für Uneingeweihte unendlich viel Zeit und Aufwand bedeuten, die spezielles Wissen und ein hohes Maß an Erfahrung voraussetzen. Damit unterstützt sie den Doktor, und sie hilft immens dem Patienten, der sich in der Regel in dem komplizierten System nicht auskennt. Doch es gibt auch gravierende strukturelle Unterschiede: Der Einsatz von „agnes zwei“ ist nicht auf eine unterversorgte Region eingegrenzt, wie dies ja bei AGnES der Fall ist. 

Rollout im kommenden Jahr …

KVBB, AOK und BARMER GEK sind sich einig, dass nun der flächendeckende Einsatz im Land möglich werden sollte. Die Weiterbildungsinhalte sind festgezurrt, und es gibt zunehmend Anfragen aus Praxen und von Arzthelferinnen, die gern diese Weiterbildung absolvieren möchten.

Wann soll es mit der Weiterbildung losgehen?

Im Januar 2012. Die Weiterbildung wird insgesamt 116 Stunden umfassen und überwiegend an Samstagen stattfinden. Es wird einen „Pflichtteil“ geben, der von der KVBB organisiert wird, und einen zweiten Teil – Casemanagement -, dessen einzelne Inhalte auch bei anderen Anbietern abgeschlossen werden können. Insgesamt baut sich die Weiterbildung modulartig auf.

Was wird die Weiterbildung kosten?

Knapp 600 Euro für den „Pflichtteil“. Bei den Modulen, die den zweiten Teil ausmachen, hängen die Kosten vom Anbieter ab.

Können Sie noch etwas zu den inhaltlichen Details sagen?

Die sind so mannigfaltig, dass ich alle Interessenten bitte, dies auf der Website der KVBB detailliert nachzulesen. Sollte es dann dazu Fragen geben, so werden diese gern und umgehend von unseren Mitarbeitern beantwortet.

Herr Freiberg, die Gretchenfragen für viele Ärzte ist, wie die künftigen Leistungen der „agnes zwei“ vergütet werden.

Wir stecken noch mitten in den Verhandlungen mit den Krankenkassen. Fakt ist jedoch, dass bei ausschließlicher Tätigkeit als „agnes zwei“ deren vollständige Finanzierung abgesichert ist.

Ist die KVBB als Träger der Weiterbildung auf einen möglichen Ansturm von Bewerbern vorbereitet?

Wir rechnen zurzeit erst einmal mit etwa 30 Bewerbern. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass natürlich letztlich nicht unbegrenzt in jeder Arztpraxis eine solche Fallmanagerin tätig werden kann. Das wäre auch mit Blick auf die Klientel nicht realistisch.

Wer sich bewerben möchte, an wen sollte er sich in der KV wenden?

Als Ansprechpartnerin steht Frau Böttcher zur Verfügung. Sie leitet das Projekt und ist unter der Rufnummer 0331/73 057-98 zu erreichen. Sie ist übrigens auch Ansprechpartnerin für alle inhaltlichen Fragen.


Vielen Dank für das Gespräch
Gefragt und notiert von Ralf Herre

16.11.2011