Statement von Dr. med. Hans-Joachim Helming, Vorstandsvorsitzender der KV Brandenburg

Pressekonferenz zur Einführung der bundesweiten Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117

Sehr geehrte Damen und Herren,
als ich die Idee hatte, in Deutschland eine einheitliche Rufnummer für den Bereitschaftsdienst zu organisieren – und dabei die damals in der DDR existente 115 für den DHD (Dringlichen Hausbe-suchsdienst) im Sinn hatte – hatte ich keine Vorstellung von den damit verbundenen Herausforderungen. Zum Glück, denn die Verwirklichung dieses Projektes, die wir Ihnen heute nicht ohne einen gewissen Stolz verkünden, hatte doch einige nicht erwartete Hürden zu meistern.
Aber wir hatten einen langen Atem und gute Mitstreiter. Beides braucht man für solch ein Projekt. Und nun haben wir es geschafft.


Wenn ab 16. April in Deutschland die 116 117 verfügbar ist und man über diesen Ruf den jeweils in der Region zuständigen Bereitschaftsdienstarzt erreicht, dann hat sich die Arbeit aller, die daran mitgewirkt haben, wirklich gelohnt!
Die „Beschaffung“ der Rufnummer, die Reservierung für diesen sozialen Dienst in ganz Europa – das war das Eine – dreieinhalb Jahre politische Arbeit in Brüssel, bis die Kommission dann diese Rufnummer für diesen sozialen Dienst für ganz Europa reservierte. Danach begann die Herkulesaufgabe, diese „Steilvorlage“ in Deutschland in ein Tor zu verwandeln.
Allen, die höchst engagiert und kompetent daran mitgewirkt haben, sei an dieser Stelle ein riesengroßer Dank ausgesprochen!

Und man muss eines klar sagen: Hätte der KBV-Vorsitzende, Dr. Köhler, nicht erkannt, welch einmalig großes Potential für das System der ärztlichen Selbstverwaltung in der 116 117 steckt – wir hätten diese Rufnummer heute definitiv nicht – fast - deutschlandweit verfügbar!
Und ich bin sicher: Weitere europäische Länder werden unserem Beispiel folgen, weil dann jeder Tourist, jeder Geschäftsreisende in jedem Land der EU über die 116 117 einen Bereitschaftsdienstarzt erreichen kann!
Ich stehe derzeit in Kontakt mit Österreich und Schweden, weil dort die Voraussetzungen für eine Umsetzung technisch eher einfach sind.


Nachdem die EU-Kommission die 116 117 den Mitgliedsländern zweckgebunden zur Verfügung gestellt hatte, musste in Deutschland die hierfür zuständige Bundesnetzagentur per Ausschreibung denjenigen ermitteln, der in der Lage ist, die Umsetzung gemäß den strengen EU-Vorgaben zu gewährleisten. Diese Ausschreibung hat die KBV gewonnen. Voraussetzung war übrigens, dass Dr. Köhler die dafür notwendigen Strukturen in der KBV geschaffen hat und sich die Mitarbeiter dort sehr engagiert haben.


Zum Schluss möchte ich noch eine persönliche Überzeugung äußern:
Dieses Projekt ist ein enormer Imagegewinn für die Vertragsärzteschaft und ihre Selbstverwaltung. Wird doch deutlich, dass nur wir in der Lage sind, so etwas in Deutschland zu stemmen! Wenn wir unsere Funktion, Interessenvertreter der Ärzteschaft zu sein, ernst nehmen, müssen wir auch unsere Unverzichtbarkeit unter Beweis stellen.
Die 116 117 zeigt, dass dies so ist.


(Es gilt das gesprochene Wort.)

10.04.2012