Ärztezahl um rund 12 Prozent gesteigert

Berufliches und privates Umfeld muss stimmen

Die Zahl der ambulant tätigen Ärzte in Brandenburg ist von 2010 bis Ende 2017 um 11,7 Prozent gestiegen. Zum 31.12.2017 waren insgesamt 3.811 Vertragsärzte im Land tätig. Auch die Zahl der Psychotherapeuten konnte in den vergangenen Jahren stark gesteigert werden: von 310 im Jahr 2010 auf 444 im Jahr 2017. Das bedeutet eine Steigerung von über 43 Prozent.

 

„Wir wissen, dass die Statistik das eine, die gefühlte Versorgung vor Ort das andere ist. Entsprechende Hinweise aus den Regionen nehmen wir ernst“, erläutert Dipl.-Med. Andreas Schwark, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB). „Die Daten zeigen, dass die ambulante medizinische Versorgung im Land Brandenburg den offiziellen Vorgaben der Bedarfsplanung entspricht.“

 

Stellt die KVBB nach umfangreicher Analyse eine Versorgungslücke vor Ort fest, kann ein so genannter Sonderbedarf festgestellt und eine Zulassung oder Anstellung „außer der Reihe“ vergeben werden. Über den Sonderbedarf entscheidet der Zulassungsausschuss, ein unabhängiges Gremium mit Vertretern von KVBB und Krankenkassen. Dabei berücksichtigt er unter anderem, wie die bereits vor Ort tätigen Ärzte die ambulante Versorgung ihrer Patienten einschätzen. Über 100 Ärzte sind so in den vergangenen vier Jahren in Brandenburg ambulant tätig geworden.

 

„Das durchschnittliche Eintrittsalter der Ärzte in das ambulante System liegt bei 44,7 Jahre“, so MUDr./CS Peter Noack, Vorstandsvorsitzender der KVBB. „Daher müssen die beruflichen und privaten Rahmenbedingungen stimmen: Ist die Praxis betriebswirtschaftlich erfolgreich? Gibt es Jobmöglichkeiten für den Partner? Gibt es gute Schul- und Freizeitmöglichkeiten für die Kinder?“

 

Hier seien auch das Land und die Kommunen gefragt. Das Leben auf dem Brandenburger Land müsse so attraktiv sein, dass man gern dort hinziehe.

16.05.2018