Digitale Hilfe für die Ersteinschätzung

KVBB testet neue Software in Koordinierungsstelle und ärztlicher Bereitschaftspraxis Bernau

Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) testet seit 1. April die neue Software SmED zur medizinischen Erstein­schätzung in ihrer Koordinierungsstelle 116117 sowie in der ärztlichen Bereitschaftspraxis Bernau. SmED steht für „Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland“ und soll den Anwendern helfen, den Versorgungsbedarf der Patienten schnell und adäquat einzuschätzen. Die Erprobung erfolgt im Rahmen des bundesweiten Innovationsfonds­projektes DEMAND zunächst für ein Jahr.

 

„Die Software unterstützt unser medizinisches Fachpersonal in der systematischen Abfrage von Symptomen, Krankheitsbildern, Vorerkrankungen und Risikofaktoren“, erläutert Dipl.-Med. Andreas Schwark, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVBB. Die Antworten der Patienten werden direkt im Programm dokumentiert und die Informa­tionen von dem hinterlegten Algorithmus verarbeitet. Am Ende steht eine Entscheidungsempfehlung zur Dringlichkeit sowie zum Ort der Versorgung.

 

„SmED ist eine Entscheidungshilfe für die Mitarbeiter unserer Koordi­nierungsstelle 116117 und in der ärztlichen Bereitschaftspraxis“, sagt Herr Schwark. Ob der Patient ein Fall für die Bereitschaftspraxis, den Einsatzarzt, den Fach- oder Hausarzt am nächsten Werktag oder die Rettungsstelle bzw. den Rettungsdienst ist, entschieden letztlich jedoch die medizinisch ausgebildeten KVBB-Disponenten und das medizinische Fachpersonal in der ärztlichen Bereitschaftspraxis Bernau.

 

Hintergrund:
Der Test von SmED im Land Brandenburg ist Teil des bun­desweiten Innovationsfonds-Projektes „DEMAND – Implementierung einer standardisierten Ersteinschätzung als Basis eines Demand Managements in der ambulanten Notfallversorgung“. Ziel des Projektes ist es unter anderem, die Beanspruchung der Notaufnahmen zu redu­zieren, indem die Patienten mit nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen zielgerichtet in die ambulante Versorgung gesteuert werden. Neben der KVBB beteiligen sich zehn weitere Kassenärztliche Vereinigungen an der Studie zu SmED. Der Einsatz der Software wird im Rahmen des Projektes wissenschaftlich evaluiert und von einem medizinischen Bei­rat fortlaufend weiterentwickelt, sodass eine bundesweite Einführung und Nutzung erfolgen kann.

09.04.2019