„Keine Behandlung aus dem Kiosk“

KVBB zu den aktuellen Plänen von Karl Lauterbach

Nicht nachvollziehbar sind für die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) die Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, bundesweit rund 1.000 Gesundheitskioske zu errichten und diese zu 74,5 Prozent von den Krankenkassen finanzieren zu lassen. Es kommentiert MUDr./ČS Peter Noack, Vorstandsvorsitzender der KVBB:

 

„Angesichts der angespannten Finanzlage bei den Krankenkassen sind die Pläne des Gesundheitsministers vollkommen kontraproduktiv. Nach ersten Schätzungen würden sich die Kosten für 1.000 Gesundheitskioske auf rund eine Milliarde Euro pro Jahr belaufen. 745 Millionen davon würden auf die Krankenkassen entfallen. Das ist Geld, das in der ambulanten Versorgung dringend benötigt wird. Gleichzeitig schlagen die Krankenkassen trotz steigender Kosten in der Vergangenheit und Zukunft für die ambulanten Praxen und MVZ eine Nullrunde beim Honorar vor. Dies gleicht einer Verhöhnung ärztlicher Kompetenz und Arbeit.“

 

Auch inhaltlich zeigt der KVBB-Vorsitzende wenig Verständnis für die Pläne, mit den Gesundheitskiosken eine weitere Säule der medizinischen Betreuung aufbauen zu wollen: „Karl Lauterbach sagt, dass weder Wohnort noch Geldbeutel über die Behandlung entscheiden dürfen. Das gewährleisten bereits heute die Vertragsarztpraxen – eine wohnortnahe ambulante Versorgung ohne zusätzliche Kosten. Die Patientinnen und Patienten erhalten hier eine qualitätsgesicherte medizinische Betreuung und keine Behandlung aus dem Kiosk.“

 

 

02.09.2022