Wenn nicht bald Schutzartikel kommen, dann müssen Praxen schließen

Um sich bestmöglich auf die Corona-Pandemie und die zu erwartenden steigenden Patientenzahlen vorzubereiten, hat die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) in den vergangenen Wochen umfangreiche Vorkehrungen unternommen. So wurden unter anderem in kürzester Zeit ein Logistikzentrum aus dem Boden gestampft und die Patientenhotline 116117 massiv ausgebaut. Darüber hinaus entstanden in den vergangenen Tagen und Wochen landesweit über 50 Corona-Abklärungsstellen. Davon stehen mehr als die Hälfte unter der Regie von niedergelassenen Ärzten bzw. der KVBB.

 

MUDr./ČS Peter Noack, Vorstandsvorsitzender der KVBB ist dennoch besorgt: „Die Situation in den Arztpraxen ist höchst angespannt. Es fehlt an notwendigen Schutzartikeln, wie Masken, Kittel und Brillen. Wir warten händeringend auf die von der Bundesebene angekündigten Lieferungen und auf die von uns selbst bestellten Schutzartikel für die Kolleginnen und Kollegen. Wenn die Ware nicht bald kommt, werden Praxen schließen. Dann können wir die ambulante Versorgung der Brandenburgerinnen und Brandenburger nicht mehr garantieren.“

 

Bei der Beschaffung der so dringend benötigten Schutzartikel fährt die KVBB daher dreigleisig. Erstens wurde der Bedarf an die Bundesebene gemeldet. Statt der zugesagten großen Zahl an hochwertigen Schutzmasken wurden hier jedoch bislang fast ausschließlich OP-Masken geliefert.

 

Zweitens sind am 21. März von der KVBB finanzierte und über das Brandenburger Gesundheitsministerium bestellte Schutzmasken angekommen. Eine erste Charge wurde an alle Corona-Abklärungsstellen und niedergelassenen Hausärzte, Kinderärzte,
HNO-Ärzte und Pulmologen im Land Brandenburg ausgeliefert. Diese Priorisierung war aufgrund der Zusammenarbeit mit dem Ministerium notwendig.

 

Drittens sondieren vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KVBB weltweit Angebote, prüfen Anbieter auf Seriosität und tätigen Bestellungen – in der Hoffnung, dass bald umfassende Lieferungen Potsdam erreichen und von dort ins Land verteilt werden können. 

 

31.03.2020