Berufspolitik

Hände weg vom Versorgungsnetz: Honorarkürzungen stoppen, psychische Gesundheit schützen!

Resolution der Vertreterversammlung der KVBB

Potsdam, den 13. März 2026. Die heute in Potsdam tagende Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) verurteilt den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Absenkung der psychotherapeutischen Honorare um 4,5 Prozent aufs Schärfste. In einer Zeit, in der die Nachfrage nach psychotherapeutischer Hilfe einen historischen Höchststand erreicht, ist diese Entscheidung ein verantwortungsloses Signal an die Patientinnen und Patienten sowie an die niedergelassene Ärzte- und Psychotherapeutenschaft.

Die Vertreterversammlung stellt hierzu fest:

Das Versorgungsnetz darf nicht reißen: Die ambulante Psychotherapie ist das wichtigste Sicherheitsnetz für Menschen in psychischen Krisen. Wer die Maschen dieses Netzes durch Honorarkürzungen mutwillig schwächt, nimmt billigend in Kauf, dass hilfesuchende Menschen durch das Raster fallen.

Während die Betriebskosten und die Teuerungsrate die Praxen massiv belasten, entziehen die Krankenkassen dem System finanzielle Mittel. Diese Entwertung ärztlicher und psychotherapeutischer Arbeit gefährdet die Stabilität der ambulanten Strukturen – insbesondere in den ländlichen Regionen Brandenburgs.

Die ambulante Versorgung ist die effizienteste und kostengünstigste Form der Behandlung. Wer hier kürzt, provoziert Chronifizierungen und teure stationäre Krankenhausaufenthalte. Das ist ökonomisch kurzsichtig und menschlich unvertretbar.

Die Vertreterversammlung der KVBB fordert daher:

  • Sofortige Rücknahme der Honorarabsenkung: Die ambulante Psychotherapie braucht eine verlässliche und wertschätzende Finanzierung statt willkürlicher Kürzungen nach der Rasenmähermethode.
  • Stärkung statt Aushöhlung: Die Politik und die Krankenkassen müssen endlich anerkennen, dass die ambulante Versorgung das Rückgrat des Gesundheitssystems ist. Ein stabiles Versorgungsnetz braucht Investitionen, keinen Entzug von Ressourcen.
  • Versorgungssicherheit für Brandenburg: Gerade in einem Flächenland wie Brandenburg darf die wohnortnahe Versorgung nicht durch wirtschaftlichen Druck auf die Praxen gefährdet werden.

Wir fordern die Krankenkassen auf, ihre Blockadehaltung gegen eine faire Vergütung aufzugeben. Ein löchriges Versorgungsnetz können wir uns als Gesellschaft nicht leisten.