Pressemitteilung

Sparpaket trifft ambulante Versorgung hart – Brandenburgs Praxen unter Druck

Der Bundestag hat heute das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verabschiedet. Vor allem in der ambulanten Versorgung führt das Gesetz zu tiefen Einschnitten. Für gesetzlich Versicherte in Brandenburg bedeutet das: weniger Sprechstunden, längere Wartezeiten, weitere Wege zum Arzt – gerade in Regionen, in denen die ärztliche Versorgung schon heute angespannt ist.

„Heute wurde unter dem Deckmantel einer Reform ein bisher nie dagewesenes Spargesetz verabschiedet – in kürzester Zeit durch­gesetzt, ohne die Selbstverwaltung angemessen einzubeziehen“, sagt Catrin Steiniger, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB). „Am Ende zahlen das nicht die Praxen allein, sondern die Patientinnen und Patienten mit weniger Terminen und längeren Wegen. Besonders ältere und chronisch kranke Menschen, die auf wohnortnahe Versorgung angewiesen sind, werden das zuerst spüren.“

Ambulante Praxen erbringen 97 Prozent aller Behandlungen für gesetzlich Versicherte, verursachen aber nur 17 Prozent der Kosten im System. „Wer einen Sektor kürzt, der die Versorgung mit einem so geringen Kostenanteil stemmt, gefährdet genau die Strukturen, auf die Patientinnen und Patienten täglich angewiesen sind“, so Catrin Steiniger weiter.

Eine aktuelle KVBB-Umfrage unter 650 niedergelassenen Ärztinnen, Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zeigt, was auf die Patientinnen und Patienten zukommt: 66 Prozent der Praxen wollen ihre Sprechstunden und Termine reduzieren, 76 Prozent notwendige Investitionen verschieben oder streichen. In den Freitext­antworten nennen zahlreiche Mitglieder die Praxisaufgabe als ernsthaft erwogene Konsequenz.