KVBB: Apotheken sind nicht das Problem – aber auch nicht die Lösung
Zur Forderung des Deutschen Apothekertags nach einer stärkeren Rolle der Apotheken in der medizinischen Erstversorgung sagt Dr. Stefan Roßbach-Kurschat, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB): „Wenn ich morgens Husten habe, brauche ich keine neue Anlaufstelle. Ich brauche jemanden, der weiß, wann Husten harmlos ist und wann eine ernste Erkrankung dahintersteckt. Das kann die Apotheke nicht leisten, und das soll sie auch nicht leisten müssen.“
Dr. Roßbach-Kurschat widerspricht damit einer aktuellen Darstellung, wonach erweiterte Kompetenzen für Apotheken die Arztpraxen entlasten würden: „Das ist eine schöne Geschichte, aber sie stimmt nicht. Entlastung entsteht nicht durch einen zusätzlichen Ansprechpartner. Sie entsteht durch Verbindlichkeit. Patientinnen und Patienten müssen wissen, welche Versorgung die richtige für sie ist, statt es an mehreren Stellen gleichzeitig zu versuchen. Zusätzliche Anlaufstellen führen nur zu unnötigen und teuren Doppeluntersuchungen, nicht zu weniger Arbeit für die Praxen.“
Die KVBB setzt auf die konsequente Stärkung bestehender Strukturen: Arztpraxen und die bundesweite Rufnummer 116117 müssen die zentralen Anlaufstellen für die Menschen in Brandenburg bleiben. „Die Menschen brauchen einen verlässlichen Ort, nicht einen weiteren“, so Dr. Roßbach-Kurschat. „Alles andere ist Politik, die sich vielleicht gut anfühlt, aber niemandem hilft.“