Pressemitteilung

KVBB warnt nach Honorarkürzung: Das Versorgungsnetz für psychisch Kranke bekommt gefährliche Löcher

Der Erweiterte Bewertungsausschuss auf Bundesebene hat gegen die Stimmen der Ärzteschaft beschlossen, die Honorare für psychotherapeutische Leistungen zum 1. April 2026 um 4,5 Prozent abzusenken. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) warnt eindringlich davor, dass dieses wichtige Versorgungsnetz für Patientinnen und Patienten damit systematisch geschwächt wird.

Während der Bedarf an Therapieplätzen seit Jahren kontinuierlich wächst, entzieht das Schiedsgremium der ambulanten Psychotherapie die notwendigen Mittel. Ursprünglich hatten die gesetzlichen Krankenkassen sogar eine Kürzung um zehn Prozent gefordert. Der nun beschlossene Abzug von 4,5 Prozent belastet die Praxen in Brandenburg massiv und gefährdet die Stabilität der ambulanten Strukturen.

Catrin Steiniger, Vorstandsvorsitzende der KVBB, erklärt hierzu:

„Das Versorgungsnetz für Menschen in psychischen Krisen wird durch diese Entscheidung mutwillig beschädigt. Es ist unverantwortlich, die Maschen dieses Netzes immer dünner zu knüpfen, während gleichzeitig immer mehr belastete Menschen darin Halt suchen. Wer die ambulante Psychotherapie finanziell aushöhlt, nimmt in Kauf, dass das gesamte System der psychischen Gesundheit in der Fläche instabil wird. Diese Kürzung ist kein Sparbeitrag, sondern gefährdet direkt die Patientenversorgung – gerade auch in ländlichen Regionen.“

Die KVBB betont, dass die ambulanten Praxen das Rückgrat der psychotherapeutischen Versorgung bilden. Wird dieses geschwächt, drohen längere Wartezeiten und eine weitere Verschlechterung der Versorgungssituation – mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen und die gesamte Gesellschaft.